2015/07/29

Chaos Ade!

Heute fiel der Startschuss für die erste Entrümpelungsaktion. Nach so viel theatralischem Getippe mussten nun Taten folgen. Vor Wochen schon gab es einen zwingend dringend notwendigen Ikea Großeinkauf. Doch erst am vergangenen Wochenende baute der Herr von und zu Zwergenpapa das letzte Möbelstück auf. Und man staune - heute schaffte ich es endlich, es entgültig zu platzieren. Allerdings musste zunächst erstmal für das leibliche Wohl gesorgt werden. Ein Gemüseteller mit Gemüse, das der große Wuselzwerg mag. Also Karotten. Sehr viel mehr wird es nicht.


Erstmal eine Stärkung bevor es losgeht! Damit die Augen ganz genau sehen, was weg soll und nicht weg darf!


Und weil ich Herausforderungen mag, bildete ich mir ein, mit zwei Wuselzwergen das Kinderzimmer zu entrümpeln. Aussortieren mit Hindernissen. Da wurde um jedes kaputte Rad gefeilscht. Ich behaupte ich bin wirklich sehr tolerant was Papierschnipsel und Steine und Stöcke und Schlag-mich-tot angeht. Aber so kommt man wirklich nicht voran. Wir einigten uns nach einigem hin und her, dass alles, was nicht mehr ordnungsgemäß auf allen vier Rädern fahren kann eine entgültige Spielpause verdient hat. Das ging vorallem dann gut, wenn die Wuselzwerge irgend etwas spannendes im Wohnzimmer entdeckten und ich 2 Minuten alleine aussortieren konnte.



Unterm Strich kam nicht viel weg. Ein paar TutTut Flitzer, die dem jüngsten Patenbub vermacht werden,  ein tolles Aufsperr-Nerv-Auto sowie eine halbe Einkaufstüte voller Kleinscheißmüll. Überreste von Ü-Eiern zum Beispiel. Absolut verkraftbar und vorallem überschaubar wie ich finde.

Faszinierend dabei ist, wie detailliert die Zwerge wissen, was wohin gehört und von wem sie es wann bekommen haben. Eine komische Sprungfeder aus einem Ü-Ei um Ostern rum von der Oma. Ein Stickie (ja ich musste jetzt wirklich googlen wie die heißen) von der Tante. Kleines Legoteilchen, von der Zuckertante aus Frankfurt. Ehm ja.

Am Ende war ich jedoch alles andere als zufrieden. Eine wirkliche Grundordnung hab ich rein optisch nicht hinbekommen. Es herrscht jetzt zwar wieder ein halbwegs sicheres System durch die Spielkisten hindurch aber ein Vorzeigezimmer wird es nie werden fürchte ich. Vielleicht weil es am Ende schlichtweg ein Kinderzimmer ist, in dem gespielt wird.








Mehr geht nicht. SchiSchi ist grad aus.


Wenigstens etwas Last loszuwerden tat gut. Als nächstes ist der Wandschrank dran. Da hab ich glatt etwas Angst davor. Etwas viel. Bei 2,5m Deckenhöhe passt viel in die Regale... sehr viel!

Darauf erstmal einen Kirschstrudel aus erntefrischen Sauerkirschen!



Minensie


2015/07/28

Wuselalltag

Allmählich hört die Schnappatmung auf.
Alltag mit meinen Wuselzwergen hilft dabei ungemein.
Ich könnte ausschweifend werden. Sagen, es erdet mich, es rüttelt mich wach. Es lenkt mich. Allerdings sind das nur nette Umschreibungen, die gar nicht notwendig sind. Alltag mit meinen Wuselzwergen bedeutet schlichtweg "Einfachheit". Es braucht keinen Sprint durch die Stadt um 10 Dinge auf der To-Do-Liste abzuhaken, es braucht auch kein super kompliziertes Bastelwerk, keinen Bauernhof aus Brot und Gemüse auf dem Abendbrotteller. Es braucht lediglich uns. An so schnöden, durchgeplanten Tagen wie heute.
Musikalische Früherziehung.
Wenn wir im Eiltempo zum Bus laufen, sich die Zwerge um den "Stop"-Knopf im Bus zanken, sie die immer gleichen Fragen stellen, ich die immer gleichen Antworten gebe, sie die immer gleiche Bestellung beim Bäcker vor dem Musikunterricht aufzählen, ganz aufgeregt, als würden sie es zum ersten Mal sagen, die immer gleiche Spielrunde nach dem Musikunterricht.
Und der immergleiche wunderbare Heimweg. Ohne Bus. Knappe 1,5 Stunden zum Zeit atmen. Das Tempo der Wuselzwerge ist dafür perfekt. Die Stolpersteine der Stadt sorgen für die kleinen Pausen dazwischen. Ebenso die Fragen von ihnen. Gerade nach Tagen wie die der letzten Woche ist es genau diese kindliche und unbefangene Neugier auf diese Welt, die mich "zurückholt". Das der eine Stein wesentlich hübscher ist als der andere, der andere dafür aber wesentlich praktischer zum werfen ist. Das die kleine Ratte am alten Kanal ganz schön hübsch aussieht. Das Namen ziemlich lustig sein können. Das es völlig in Ordnung ist, nicht mehr zu können. Müde zu sein. Das die kleinen Beine nicht mehr laufen wollen. Es dennoch bis nach Hause zu schaffen. Gemeinsam. Mit tausend Abenteuern. Keinen Großen. Aber so bedeutend Kleinen. Solchen, die mit einem Seufzer oder einem Lächeln vor dem Schlafengehen noch einmal erzählt und nacherlebt werden. Nichts ist wichtiger auf dieser Welt. Kein Geld könnte mir diese Momente kaufen. Sie sind völlig kostenlos. Aber nicht umsonst. Sie sind das wertvollste, das ich besitze. Diese Alltagsmomente. Denn sie sind Echt. Und vorallem. Sie sind WIR. Zu 100%.

Heute bin ich dankbar.

Das hat mir gefehlt.

Minensie

Nachtgedanken #1

Nachdem ich mich in den vergangenen zwei Nächten durch die (körperliche) Erschöpfung gezittert habe und heute einen wirklich wunderbaren Tag zum Seele baumeln lassen hatte, komme ich (mal wieder) zu der Erkenntnis, dass hier gerade einiges schief läuft. Mich jedes mal bis zum Rande des völligen Kollapses zu bringen, gehört definitiv zu den schlechten Eigenschaften und Angewohnheiten, die ich so habe.



Geschlagene 2 Stunden habe ich jetzt versucht, wenigstens das äußerliche Chaos zu minimieren. Wäscheberge, Papierschnipsel, Unterlagen, Küchengedöns. Tatsächlich nur ein zusammenstellen, nicht einmal ein richtiges aufräumen. Geschweige denn putzen. Zwei Stunden lang! Deutlicher kann ich mir selbst nicht vor Augen führen, dass sich da was ändern muss. Hier ist eine Aufräum-und-Ausmist-Aktion mehr als überfällig. Allerdings nicht nur in den 78 qm Wohnfläche. Sondern auch in meinem Kopf. In dem ist das grobe Aufräumen allerdings nicht ganz so einfach um nicht zu sagen - halbe Sachen funktionieren da nicht. Zeitintensives ausklabüstern muss ich hier anwenden. Das wird wieder zu einigen Knoten führen, dass darf ich hiermit schon mal ankündigen. Wo ist die Schublade für meine Gedanken? Ach stimmt ja... die hab ich verlegt.

Für die Suche jener hab ich mir heute einiges an Energie "angelesen". Manchmal ist so ein geschriebenes Wort das einzige AHA-Erlebniss, dass tatsächlich zählt.

Ich arbeite daran, diesen tollen Tag heute noch lange nachzufühlen.

Denn grundsätzlich muss ich mir immer wieder sehr deutlich sagen: "Das Leben ist schön!..."
nichts ist schöner.

Und hiermit schließe ich diesen Beitrag. Unaufgeräumt, stichpunkthaft, verschmiert.

Alles wird anders!

Minensie

2015/07/26

Der Tag an dem ich das iPhone löschte....

Diese Woche war ab der zweiten Hälfte einfach nur noch... doof. Ziemlich sogar. Erst fällt mir der Geburtstags-Bibi-Kuchen runter, dann mein Handy. Bibi hat es glücklicherweise nahezu unbeschadet überstanden. Mein Handy nicht. Obligatorischer Riss im Display. Alles cool denk ich mir noch, immerhin 2 Jahre ohne Schaden überstanden. Bei 2 Kindern und meiner Duseligkeit hatte ich ehrlich schon sehr viel früher damit gerechnet. Der Herr von und zu Zwergenpapa im übrigen auch. Und wie ich schon gedanklich Frieden mit meinem kaputten Display geschlossen habe, fällt mir Freitag Nachmittag um 17:48 Uhr ein - ich hab doch ein Sorglospaket zum Handyvertrag abgeschlossen. Der Handyladen in der Innenstadt schließt seine Türen um 18 Uhr. Der große Wuselzwerg wartet bei einem Kindergartenfreund darauf nicht abgeholt zu werden. Ich überlege kurz und entscheide mich dann doch fürs Zwergenabholen. Ohne Vertrag und sämtlichen Papierkram können die wohl sicherlich auch nichts machen - so mein Gedanke, der mich beruhigt.

Daheim angekommen krame ich natürlich sofort die Verträge heraus und staune und freue mich. Am 27.07.2013 Handyvertrag mit Sorglospaket abgeschlossen. Heute ist der 24.07.2015. Noch ganze 3 Tage bis Ablauf. Kurze Euphorie.
Samstag führt mich dann der erste Weg nach der Arbeit direkt in den Handyladen. Um dort gesagt zu bekommen, man könne es dort nicht bearbeiten, ich solle in den Hafen. Kurzer Zeitcheck. Kurzes Herzrasen. Sehr viel später als eigentlich angedacht und einen weiteren Kuchen, der den unfreiwilligen Weg auf den Boden fand, gehe ich mit zwei völlig irritierten aber durch und durch braven Zwergenkindern in den Handyladen. Irritiert deswegen, da meine Laune ins unsagbare gesunken ist, ich am liebsten nur motzen und meckern möchte, meine Zwerge damit aber verunsichere, weil sie nicht verstehen, was sie falsch gemacht haben könnten. Wie auch. Sie haben ja nichts gemacht. Erklärungsversuche sind bei 3 und 4 Jährigen dann eher ein netter Zeitvertreib. Ich versichere ihnen also ganz ganz deutlich, dass sie absolut gar nichts mit meiner Grummellaune zu tun haben, dass ich sie sehr sehr lieb habe und - grummel weiter vor mir her. Nun deswegen, weil ich grummelig bin, und es die Zwerge abkriegen. Zwar nicht volle breitseite, aber dennoch.

Im Handyladen erkläre ich kurz den Sachverhalt und erhalte lediglich ein: "Oh. Das ist aber knapp. Ob das jetzt noch durchgeht kann ich Ihnen nicht versprechen. 10-14 Tage Dauert die Reperatur, da sind wir ja dann schon längst über den Vertrag." Hä?! Hätte ich mein Handy also 10-14 Tage vorher runterwerfen sollen? Als ob man sowas planen könnte. Ich dachte deswegen heißt es "Sorglos-Paket". Die Laune sinkt weiter. Ich beharre darauf, dass der Vertrag ja bis mindestens 26.07.2015 gehe und ich somit im Vertragszeitraum bin. Auch wenn der 25.07.2015 ein Samstag und es bereits nach 17 Uhr sei. Ich habe den Schaden umgehend gemeldet. Stichtag ist Stichtag oder seh ich das falsch? Der nette Mitarbeiter betonte dennoch, dass er es nicht garantieren könne, dass es noch in den Sorglos-Paket-Vertrag fallen würde. Davon mal abgesehen, dass ich eigentlich schon damit abgeschlossen hatte, ein kaputtes Handy zu haben, macht mich dieses "Naja-das-ist-ja-schon-sehr-knapp" vor Vertragsende mit jeder Sekunde fuchsiger. Ich finde in meinem Vertrag keine Textpassage, dass die Geltungmachung eines Defektes bis zu einer gewissen Dauer VOR Vertragsablauf passieren muss um den Vertrag in Anspruch nehmen zu können. Hmpf!
Ob ich ein Ersatzhandy wolle. Nein. Dafür aber schriftlich, was hier grad gesprochen wurde. Bitte. Schriftlich bekomme ich jedoch nur die Bestätigung, dass ich das Handy am 25.07.2015 um 17:38 Uhr an den Vertragshändler zur Reperatur übergeben habe. Und das das Handy nach dem 27.07.2015 meins ist. Egal ob mit defektem oder repariertem Display.
Weiter geht es ohne mein Samsung, dafür mit dem einzigen Lichtblick an diesem Tag - zum Grillen.
 Dort übernimmt das Wetter dann meine Laune. Erst verdüstert sich alles, Untergangsstimmung zum greifen nahe, dann lockert es auf. Mit Regenbogen als gutes Zeichen. Oder so.
Und nur damit ich dann auch zum kommenden Frühdienst gar keinen Wecker habe, hab ich selbstverständlich mein eigenes "Ersatzhandy" bei der Grillgesellschaft vergessen. Klar oder? Da schläft man gleich viel ruhiger.

Nachdem dann heute, Sonntag, 26.07.2015, Vertragsende, die Kinder die Tante bespaßen dürfen, bekomme ich die Chance auf ein vergleichbares Ersatzhandy. iPhone.
Unbekanntes Land für mich, aber hey. iPhone. Da gehen Apps. Das hat 'ne gute Kamera. Hoffe ich zumindest. Und weil die noch vorhandene Daten meiner Schwester mein völlig übermüdetes Hirn und restlos überarbeiteten Körper überfordern, meint meine Schwester nebenbei: "Setz das Handy halt zurück!" Gesagt, getan. Ich suche mich durchs iPhone Menue und finde die Schaltfläche Zurücksetzen, drücke und zucke - "Das iPhone jetzt löschen?" werde ich gefragt. Ehm. Wenn es sich danach nicht in Luft auflöst? Mit etwas unbehagen bestätige ich also die Löschung des iPhones und ... Tadaaaa - nüschts geht. Ich kanns nicht konfigurieren weil kein WLAN gefunden wird. Das der Nachbarn ja. Unseres nicht. Jedes andere Gerät findet unser WLAN. APN und schlag mich tot zicken ebenso. Ich gebe auf. Ich bin zu müde für diesen Scheiß.

Ach. Und weil Zicken hier grad hoch angesagt ist - die Waschmaschine steigt mit ein. Zweimal Bad fluten in weniger als 10 Minuten. Vielleicht hätte die auch mal 2 Tage vorher schon zicken können. So kurz vor Wochenbeginn ist das ja schon frech.
 Dennoch versuche ich positiv zu denken - jetzt hatte wenigstens der Abfluss im Bad mal wieder was zu tun. Irgendeine Daseins-Berechtigung muss er ja haben, wenn die Zwerge schon ohne Pfützen baden.

Entnervt

Minensie


2015/07/20

Fishing for compliments

Heute mal etwas ganz anderes. Etwas zum Thema Komplimente. Mein Herr von und zu Zwergenpapa ist darin nämlich weltklasse... im nicht können. Er betont Dinge, die niemand betont haben möchte, Wiederholt sich unnötig oft oder  - das Schlimmste von allen - versucht seine Komplimente zu erklären. Kleine Kostprobe gefällig?

Als ich mich gerade ganz frisch in den Herrn von und zu (damals noch ganz ohne dem Zusatz "Zwergenpapa") verliebte und wir eines abends ganz urkuschlig zusammen saßen, meinte er plötzlich: 


"Weißt du was das schöne mit dir ist? Dir rennen nicht alle Männer hinterher. Da muss ich nicht ständig Angst haben."

Da fühlt sich Frau doch gleich im Komplimentenhimmel. Die Erklärungsversuche dazu waren nicht notwendig, ich wusste worauf es hinauslief. Dennoch - der Spaß war und ist bis heute ganz auf meiner Seite, ihm diesen Satz wiederholt in den Mund zu legen, der sich dann gleich sehr viel anders anfühlt.


Weitere Lieblinge:


 
"Du bist nicht dick! Stell dir mal vor du wärst so groß wie ich ... dann wärst du ein absoluter Hungerhaken!" 
 Ehm ja. Danke für diesen Hinweis.




"Wie schmeckt es?" (selten dämlich so eine Frage zu stellen... dass weiß ich nach 11 Jahren Liebelei nun auch) - "Hm. Sind da Zucchinis drin? N bisschen flüssig das Ganze. Kann man aber essen."  
Yeah! Das will man hören, nachdem man eine geraume Zeit in der Küche stand. 

Man könnte nun natürlich davon ausgehen, dass ich einfach nur grotten schlecht koche. Allerdings schmeckt es allen anderen meist sehr gut, während so ein "sehr gut" eigentlich nicht im Wortschatz des Herrn von und zu Zwergenpapas vorkommen. Der Reis ist meist zu hart, die Kartoffeln zu mehlig - oder zu fest, je nachdem, die Nudeln nicht ideal geformt, da da keine Soße hängen bleibt, das Gemüse zu gesund, das Fleisch... oh nein! Es besteht aus Fleisch! Man ahnt es, ich könnte noch ziemlich ausholen.

Ebenso ein Klassiker:



"Hier riechts komisch!" (Zwergenpapa)
"Gut oder schlecht?" (ich)
"Ich glaub, wie frisch geduscht!" (Zwergenpapa)
Herzlichen Glückwunsch. Das bin dann wohl ich. Frisch geduscht UND mit neuem Deo. Hach!



Da sind mir die Komplimente der Wuselzwerge lieber. Zwar nicht definitiv, aber lieber:

"Mama, deine Bruast ist so schön weich, so eine will ich auch!" 
Genau. Darüber reden wir dann in 10-15 Jahren nochmal, Jungs.


Leidet sonst noch jemand unter der Fähigkeit Nicht-Komplimente so lobhuldigen zu müssen, als wären es tatsächlich welche? Und das ohne darum zu bitten? Das interessiert mich wirklich. So als Leidensgenossen quasi.

Minensie