Still ist es geworden. Still wird es hier auch sicherlich weiterhin bleiben. Ich muss gestehen, dass dieses echte Leben mich gerade fordert wie noch nie. Und dabei gänzlich überfordert. Nicht nur ein bisschen. So voll und ganz auf der ganzen Linie.
Ich habe das Gefühl ich schaffe es eines ums andere zu Versagen. In allen Bereichen. Vorallem auf der Mutterebene. Da spielt ganz viel verletztes Kind in mir eine Rolle. Und das es keine Heimat findet. Ja, ich kenne rein theoretisch nahezu jede Antwort. Kann die Situation analysieren, kann sie bewerten. Kann Lösungswege formulieren. Und dann stehe ich da und stolpere über eine Mücke. Mindestens so groß wie ein Elefant. Es ist zum verrückt werden. Und selbstverständlich. Je mehr ich mir einrede: Nein, so nicht, auf keinen Fall so! Um so mehr wird es so. Ich weiß das. ICH weiß DAS! Das bringt mich zum seufzen. Mindestens 50 mal am Tag. Aber was genau ist denn los?
Zum einen: Ich bin mindestens genauso kaputt wie jeder andere auch. Ich habe Päckchen - wie jeder andere auch. Mal schwere, mal leichte. Ich würde sie gerne loswerden. Aber irgendwie hat sich da ein ziemlich wirrer Knoten gebildet. Und ich krieg ihn einfach nicht auf. Mit einem Messer wäre das Problem schnell gelöst, jedoch ist die Verletzungsgefahr zu groß. Bei allen Beteiligten. Beim Päckchen, bei mir. Und da ich offen gestanden ein ziemliches Weichei bin, hab' ich Hemmungen. Und Angst vor dem Schmerz.
Zum anderen: Diese Welt dreht sich einfach. Immer weiter. Weiter und weiter. Und fragt nicht mal, ob es einem zu schnell geht. Ob man noch mit kommt. Ob man aussteigen will. Keine Chance. Und wenn man nicht zu fest an Paralleluniversen glaubt, ist ein Ausstieg aus dieser einen Welt hier wirklich nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.
Um es mal ganz deutlich zu sagen:
Ich bin ratlos. Und rastlos. Es muss doch anders gehen, es muss doch anders möglich sein! So ein Hypersprung kann doch nun wirklich keine große Kunst sein.
Warum ich ratlos bin? Weil ich mein gesamtes Weltbild gerade neu aufstellen muss. Es wurde an den Grundfesten so derart gerüttelt, dass Einiges eingestürzt ist. Ein bisschen hab' ich mir das Bein unter einem dieser Bruchstücke geklemmt. Ich kämpfe mich da heraus, ich schaff' das auch. Aber es tut halt weh. Und dauert ein bisschen. In weniger rätselhaften Sinnbildern gesprochen:
Man kennt eben niemanden wirklich. Und ich in diesem Fall nicht einmal mich selbst. Werte und Grundsätze, die mich mein ganzes Leben getragen haben, gelten aktuell nicht mehr. Von jetzt auf gleich! Einfach so! Fingerschnipp und neue Bühne. Ich bin damit nicht einverstanden. Wirklich. Überhaupt ganz und gar nicht. Es gibt auch keinen Notausgang. Kein kaltes Wasser, dass mich weckt. Es ist wie es ist - nur ohne Skript. Auf dieses neue Stand-Up muss ich mich noch einstellen. Bisweilen stotterte ich ein paar Sätze ins Mikro und lächle nervös aber freundlich in das schwarze Loch vor mir. Über zu grelles Licht, schlechtem Soundcheck und lächerlicher Kostümwahl will ich gar nicht erst anfangen. Einfach nicht mein Stück. Aber: Mich fragt ja keiner.
Ein Thema bei dem ich konkreter werden kann ist der Unmut, der in mir selbst schlummert. Zu viel Süßes, dass mich kurzatmig macht. Essen ist niemals ein Ersatz. Und Nervennahrung sollte man nur im übertragenen Sinne zu sich nehmen. Ich hab' das verpasst und esse und esse bei jeder kleinen Anspannung. Pfefferminzschokolade im Moment. Im übrigen echt lecker. Macht nur keine bessere Laune. Macht nur viel mehr Unmut. Weil zuviele Kalorien zu zu später Stunde für meinen viel zu überforderten Körper. Permanenter Kurzschluss an den Synapsen. Denn der Zucker reicht gerade mal bis zur Wut und dann verpufft er und ich stehe ohne Lösung da. Womit wir beim nächsten Thema wären: Wut. Ich habe eine so unsagbare Wut in mir. Ich werde bei jeder sich bietenden Gelegenheit laut, launisch oder einfach nur ätzend. Manchmal auch alles gleichzeitig. Ok. Öfter. Oder auch ganz oft. Also fast immer. Hachja. Ich kann nicht mal mehr über mich selber lachen. Dazu bin ich viel zu genervt von mir. Was mich unzufrieden macht, weil eigentlich bin ich ja doch 'ne ziemlich Nette. Eigentlich mag ich Streit auch überhaupt nicht. Und eigentlich mag ich es ganz und gar nicht, wenn es laut um mich ist. Warum also bin ich dann so laut? Ich weiß es nicht. Zu grelles Licht, kein Skript. Ihr wisst schon.
Fakt ist jedoch, dass es ein Skript braucht. Deswegen fange ich jetzt einfach mal an. Bei der (nicht sonderlich erfolgreichen) Suche nach Strategien um nicht so schnell aus der Haut zu fahren, bin ich über die The-Orange-Rhinos-Challenge (oder auch hier) gestoßen. Ich kannte sie schon, hatte sie aber gänzlich vergessen. Jetzt ist sie aber wieder ganz präsent. Und weil es sich gerade für völlig unmöglich anfühlt, möchte ich es nun damit wagen. Ich möchte nicht mehr schreien. Ich möchte nicht mehr verbal um mich schlagen. Meiner Wuselkinder zu liebe. Denn die kriegen es gerade einfach volle Breitseite ab. Die Überforderung, den Unmut und die Wut. Das ist nicht ihr Kampf, nicht ihre Bühne. Das allein ist mein Ding. Also. Wenn schon das Diäten nicht funktioniert, dann probieren wir es eben mit einer noch schwereren Aufgabe. Ich starte nicht mit 365 Tagen. Ich reduziere auf anfängertaugliche sieben Tage. Ich habe keine Ahnung wie das funktionieren soll, denn genau an alternativ-Reaktionen scheitert es gerade sehr. Aber hey. Wo wäre sonst die Herausforderung.
Sieben Tage also ohne laut zu werden. Das muss ich sacken lassen. Sieben Tage mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, angesichts eines bevorstehenden Kindergeburtstages mit 12 Gastkindern, liest sich für mich gerade wie ein Knieschuss. Könnte ganz schön weh tun. Ich bin gespannt.
Alles in allem sei gesagt: Das Leben ist eine wundervolle Herausforderung. Ich bin dankbar. Zutiefst. Aber kann mir jetzt bitte einer mal das verdammte Skript reichen!
Danke!
Minensie
Posts mit dem Label Nachtgedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nachtgedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
2018/04/25
2017/07/04
Platzgejammer
Es gibt ja so Tage. Ich fange nun zum vierten Mal mit diesem Text an. Zu Beginn wollte ich eine Jammer-Parole loslassen. Auf diese Wohnung, auf diese Enge, auf dieses Nicht-Genug-Haben. Ja doch. Ich hatte wirklich Lust mir allen vermeintlichen Frust von der Seele zu schreiben.
Habe ich auch, zumindest angefangen. Um dann festzustellen - herrje, Mine! Was stellst du dich wieder an. Denk doch mal an deine Ukrainer. An das kleine Zimmer, dass sie zu Viert bezogen hatten. Oder an deine Familie in Kuba. Für uns rutschen sie zu Viert auf 90 cm Matratzenbreite zusammen. Wenn wir nicht da sind, verteilen sie sich auf 3 Betten in 2 Zimmern. Ohne Türen. Was willst du eigentlich? Oder denk doch mal an deine Arbeit. Ein ganzes Leben Erinnerungen geschaffen und dann bleibt nur ein kleines Zimmer, mit einem Schrank, im Doppelzimmer sogar nur eine Schrankhälfte, einem Bett mit Nachttisch, einem Tisch und einem Sideboard. Wenn man Glück hat darf der eigene Sessel noch mit aber dann wird es wirklich schon eng.
Also, jetzt reiß dich mal zusammen und hör auf über 78 qm zu jammern, die dir nicht aussreichen. Echt mal. Pure Luxusprobleme.
Aber leider sind diese Luxusprobleme Grundlage für gute und für schlechte Laune. Ein dunkles Kinderzimmer, ohne richtiges Tageslicht, zu klein um große Legobauten aufgebaut zu lassen. Ein Wohnzimmer, dass aus allen Nähten platzt weil es einfach das Zimmer für alles ist. Für jeden Papierkram, für jedes Bastelutensil, für Wäsche, für Bücher, für Leben.
Dann die Küche, die so stiefmütterlich von mir behandelt wird. Weil sie die Schwelle zum Schlafzimmer bedeutet. In dem der Herr von und zu tagsüber schläft, damit er dem Nachtschichtwahnsinn mit halbwegs wachem Geist entgegen kommen kann. Kein Topf geklapper. Kein Mixer. Kein Herdgepiepse. All' das versuche ich tatsächlich am Tag bestmöglich zu vermeiden. Inklusive Kindergetobe. Weder im Hof noch in der Wohnung ist das unter Tags nicht ohne weiteres möglich. Nervig aber eben nicht änderbar.
Ich finde es wirklich überheblich, auf so hohem Niveau zu jammern. Ehrlich. Allerdings macht es mich nicht zufriedner, wenn ich mir einrede, wie überheblich dieses Luxusgejammer ist. Ich mag den Fußboden der Wohnung nicht, ich mag die Raumaufteilung nur bedingt. Ich mag die Raumnutzung des Wohnzimmers nicht sonderlich und ich mag das Chaos nicht, dass hier sehr schnell die Oberhand bekommt. Ich fühle mich so oft wie im Hamsterrad. Kein Vorrankommen. Kein klares Ziel vor Augen. Ganz viele Vielleichts und Wenns und noch mehr Abers. Das ist so anstrengend. Zu wissen, man könnte es auch anders haben, es aber einfach nicht anders hinkriegt. Weil man es nicht besser kann, oder nicht besser strukturieren kann. Weil das Leben dazwischen kommt.
Dabei ist es nicht so, dass ich diese Wohnung hier von grundauf nicht mag. Nein. So ist es ganz und gar nicht. Eigentlich mag ich sie sogar sehr gern. Zentrumsnah, mit viel Grün drum herum. Kindergarten und Schule in unmittelbarer Nähe, ein Haus mit Geschichte. Aber eben überdeckt mit ganz viel Unschönem. Ausgerichtet auf eine Übergangslösung. Ja genau. Das ist es. Alles hier dient dem Übergang. So viel Herzblut wie wir in die Renovierung hineingesteckt haben, so wenig Seele von uns ist hier drin. Weil wir von Anfang an sagten, wir bleiben hier nicht für immer. Da richtet man sich nicht entgültig ein. Für den Übergang. Ich möchte endlich ankommen. Und zwar so richtig. Mit Garten und Liegestuhl. Gerne auch mit Hühnern und Hausschwein. Und Katze/n. Mindestens. Ich weiß genau, was ich gerne hätte.
Das wären zum einen ein Klavier. Zum anderen Platz für die Wäsche. Und dem ganzen anderen Krimskrams, der zum Leben gehört, aber nicht in den Wandschrank passt. Ich wünsche mir Platz im Kopf, nicht immer aufpassen zu müssen, dass man zu laut ist. Oder beim Fußballspielen die Blumen nicht abzuschießen. Ich wünsche mir mehr Lebensqualität.
Und letztlich weiß ich, dass die ganz allein an mir liegt. Meines Glückes Schmied und so ein Gedöns. Allerdings könnte ich ein bisschen Hilfe gebrauchen.
Deswegen: Liebes Universum, komm doch mal rum auf 'nen Kaffee und Kuchen. Wir müssen da echt mal reden. Das geht so nicht. Ich wäre jetzt wirklich bereit für's Traumhaus in Traumlage mit Traumaufteilung. Ehrlich. Da brauchst du gar nicht länger warten. Das Teewasser wird sonst noch kalt. Das wollen wir doch nicht.
Hach. Doch ein Jammerbeitrag geworden. Aber der musste wohl sein. Also raus damit!
Minensie
Habe ich auch, zumindest angefangen. Um dann festzustellen - herrje, Mine! Was stellst du dich wieder an. Denk doch mal an deine Ukrainer. An das kleine Zimmer, dass sie zu Viert bezogen hatten. Oder an deine Familie in Kuba. Für uns rutschen sie zu Viert auf 90 cm Matratzenbreite zusammen. Wenn wir nicht da sind, verteilen sie sich auf 3 Betten in 2 Zimmern. Ohne Türen. Was willst du eigentlich? Oder denk doch mal an deine Arbeit. Ein ganzes Leben Erinnerungen geschaffen und dann bleibt nur ein kleines Zimmer, mit einem Schrank, im Doppelzimmer sogar nur eine Schrankhälfte, einem Bett mit Nachttisch, einem Tisch und einem Sideboard. Wenn man Glück hat darf der eigene Sessel noch mit aber dann wird es wirklich schon eng.
Also, jetzt reiß dich mal zusammen und hör auf über 78 qm zu jammern, die dir nicht aussreichen. Echt mal. Pure Luxusprobleme.
Aber leider sind diese Luxusprobleme Grundlage für gute und für schlechte Laune. Ein dunkles Kinderzimmer, ohne richtiges Tageslicht, zu klein um große Legobauten aufgebaut zu lassen. Ein Wohnzimmer, dass aus allen Nähten platzt weil es einfach das Zimmer für alles ist. Für jeden Papierkram, für jedes Bastelutensil, für Wäsche, für Bücher, für Leben.
Dann die Küche, die so stiefmütterlich von mir behandelt wird. Weil sie die Schwelle zum Schlafzimmer bedeutet. In dem der Herr von und zu tagsüber schläft, damit er dem Nachtschichtwahnsinn mit halbwegs wachem Geist entgegen kommen kann. Kein Topf geklapper. Kein Mixer. Kein Herdgepiepse. All' das versuche ich tatsächlich am Tag bestmöglich zu vermeiden. Inklusive Kindergetobe. Weder im Hof noch in der Wohnung ist das unter Tags nicht ohne weiteres möglich. Nervig aber eben nicht änderbar.
Ich finde es wirklich überheblich, auf so hohem Niveau zu jammern. Ehrlich. Allerdings macht es mich nicht zufriedner, wenn ich mir einrede, wie überheblich dieses Luxusgejammer ist. Ich mag den Fußboden der Wohnung nicht, ich mag die Raumaufteilung nur bedingt. Ich mag die Raumnutzung des Wohnzimmers nicht sonderlich und ich mag das Chaos nicht, dass hier sehr schnell die Oberhand bekommt. Ich fühle mich so oft wie im Hamsterrad. Kein Vorrankommen. Kein klares Ziel vor Augen. Ganz viele Vielleichts und Wenns und noch mehr Abers. Das ist so anstrengend. Zu wissen, man könnte es auch anders haben, es aber einfach nicht anders hinkriegt. Weil man es nicht besser kann, oder nicht besser strukturieren kann. Weil das Leben dazwischen kommt.
Dabei ist es nicht so, dass ich diese Wohnung hier von grundauf nicht mag. Nein. So ist es ganz und gar nicht. Eigentlich mag ich sie sogar sehr gern. Zentrumsnah, mit viel Grün drum herum. Kindergarten und Schule in unmittelbarer Nähe, ein Haus mit Geschichte. Aber eben überdeckt mit ganz viel Unschönem. Ausgerichtet auf eine Übergangslösung. Ja genau. Das ist es. Alles hier dient dem Übergang. So viel Herzblut wie wir in die Renovierung hineingesteckt haben, so wenig Seele von uns ist hier drin. Weil wir von Anfang an sagten, wir bleiben hier nicht für immer. Da richtet man sich nicht entgültig ein. Für den Übergang. Ich möchte endlich ankommen. Und zwar so richtig. Mit Garten und Liegestuhl. Gerne auch mit Hühnern und Hausschwein. Und Katze/n. Mindestens. Ich weiß genau, was ich gerne hätte.
Das wären zum einen ein Klavier. Zum anderen Platz für die Wäsche. Und dem ganzen anderen Krimskrams, der zum Leben gehört, aber nicht in den Wandschrank passt. Ich wünsche mir Platz im Kopf, nicht immer aufpassen zu müssen, dass man zu laut ist. Oder beim Fußballspielen die Blumen nicht abzuschießen. Ich wünsche mir mehr Lebensqualität.
Und letztlich weiß ich, dass die ganz allein an mir liegt. Meines Glückes Schmied und so ein Gedöns. Allerdings könnte ich ein bisschen Hilfe gebrauchen.
Deswegen: Liebes Universum, komm doch mal rum auf 'nen Kaffee und Kuchen. Wir müssen da echt mal reden. Das geht so nicht. Ich wäre jetzt wirklich bereit für's Traumhaus in Traumlage mit Traumaufteilung. Ehrlich. Da brauchst du gar nicht länger warten. Das Teewasser wird sonst noch kalt. Das wollen wir doch nicht.
Hach. Doch ein Jammerbeitrag geworden. Aber der musste wohl sein. Also raus damit!
Minensie
2016/09/16
Alltagsgruß
Hallo Alltag!
Du hast mich gerade ziemlich fest im Griff. Noch bevor ich den Wecker höre, bohrst du dich in meine Gedanken. Was es alles zu erledigen gibt, das ich dann doch nicht schaffe. Was es zu beachten gibt, das ich dann doch übersehe. Du bringst mich um meinen Morgenkaffee, lässt Stunden wie Minuten vorbeiziehen und scheinst von einer Pause gar nichts zu halten. Ich renne vom Einkaufen, zu dem bisschen Haushalt, von einem Amt zum nächsten Termin. Ich telefoniere hinter Menschen hinterher, bereite vor, koche, backe und packe letztlich gefühlt nichts. Keine Zeit für Mittagskaffee. Keine Zeit für Atempausen.
So war das nicht geplant! Die Zwangspause kam nicht von ungefähr und eigentlich sollte ich genug Handwerkszeug im Gepäck haben, um mich nicht so von dir takten zu lassen. Lieber Alltag. Aber da bist du nun. So, wie ich dich nicht haben will. Dafür so, wie ich dich handhaben muss. Du bist da und ich bin, neben all der Ruhelosigkeit, die du mir bescherst, dankbar. Für jede einzelne Hetzminute von dir. Du musst viel aufholen, dass ist mir bewusst. Wer einfach so für drei Wochen von dir eine Auszeit nimmt, der vor dir flieht, der braucht sich nicht wundern, dass du nun umso mehr klammerst. Aus Angst, man könnte wieder, so mir nichts dir nichts, einfach gehen.
Ich kann dich beruhigen. Lieber Alltag. Ich bleibe jetzt. Ich erzähle dir gern, was mir den Atem nimmt. Ich lese dir vor, aus den Büchern, die meine Seele streicheln. Ich umarme dich. Innig. Und tanze mit dir. Denn ich brauche dich sehr. Und ich liebe dich. Du bist alles was ich habe und das ist verdammt viel. Lieber Alltag. Du darfst dich ruhig zu mir setzen. Bei Kaffee und Apfelkuchen. Ich renne dir nicht davon. Ich höre dir zu und halte dich. Immerzu. Versprochen.
Lieber Alltag.
Liebe meines Lebens.
Immer da.
Deine
Minensie
Du hast mich gerade ziemlich fest im Griff. Noch bevor ich den Wecker höre, bohrst du dich in meine Gedanken. Was es alles zu erledigen gibt, das ich dann doch nicht schaffe. Was es zu beachten gibt, das ich dann doch übersehe. Du bringst mich um meinen Morgenkaffee, lässt Stunden wie Minuten vorbeiziehen und scheinst von einer Pause gar nichts zu halten. Ich renne vom Einkaufen, zu dem bisschen Haushalt, von einem Amt zum nächsten Termin. Ich telefoniere hinter Menschen hinterher, bereite vor, koche, backe und packe letztlich gefühlt nichts. Keine Zeit für Mittagskaffee. Keine Zeit für Atempausen.
So war das nicht geplant! Die Zwangspause kam nicht von ungefähr und eigentlich sollte ich genug Handwerkszeug im Gepäck haben, um mich nicht so von dir takten zu lassen. Lieber Alltag. Aber da bist du nun. So, wie ich dich nicht haben will. Dafür so, wie ich dich handhaben muss. Du bist da und ich bin, neben all der Ruhelosigkeit, die du mir bescherst, dankbar. Für jede einzelne Hetzminute von dir. Du musst viel aufholen, dass ist mir bewusst. Wer einfach so für drei Wochen von dir eine Auszeit nimmt, der vor dir flieht, der braucht sich nicht wundern, dass du nun umso mehr klammerst. Aus Angst, man könnte wieder, so mir nichts dir nichts, einfach gehen.
Ich kann dich beruhigen. Lieber Alltag. Ich bleibe jetzt. Ich erzähle dir gern, was mir den Atem nimmt. Ich lese dir vor, aus den Büchern, die meine Seele streicheln. Ich umarme dich. Innig. Und tanze mit dir. Denn ich brauche dich sehr. Und ich liebe dich. Du bist alles was ich habe und das ist verdammt viel. Lieber Alltag. Du darfst dich ruhig zu mir setzen. Bei Kaffee und Apfelkuchen. Ich renne dir nicht davon. Ich höre dir zu und halte dich. Immerzu. Versprochen.
Lieber Alltag.
Liebe meines Lebens.
Immer da.
Deine
Minensie
2016/08/01
Nachtgedanken #3
Liebe Frida,
es wird wieder Zeit für einen Brief. So vieles, dass mir durch den Kopf geht. So vieles, dass ich nicht zu Papier bringen kann. Frida, nimm' dir bitte einen Moment Zeit. Ich muss zunächst tiefst seufzen. Und klagen. Diese Welt macht mich so mürbe. Oder nein. Nicht diese Welt. Sondern jene, die darauf leben. Es kostet mich so unendlich Kraft, Tag für Tag Nachrichten zu hören, zu lesen oder gar zu sehen. Es schmerzt mich, von Menschen zu erfahren, die aus fehlgeleiteter Überzeugung, aus Wahn und Irrsinn anderen Menschen Leid zufügen. So grausames Leid. Es schmerzt so sehr, dass sich meine Haut an manchen Tagen ganz taub anfühlt. An diesen Tagen jedoch ist mir jedes Wort zu viel. Jedes. Egal ob ich es spreche oder ob es zu mir gesprochen wird.
es wird wieder Zeit für einen Brief. So vieles, dass mir durch den Kopf geht. So vieles, dass ich nicht zu Papier bringen kann. Frida, nimm' dir bitte einen Moment Zeit. Ich muss zunächst tiefst seufzen. Und klagen. Diese Welt macht mich so mürbe. Oder nein. Nicht diese Welt. Sondern jene, die darauf leben. Es kostet mich so unendlich Kraft, Tag für Tag Nachrichten zu hören, zu lesen oder gar zu sehen. Es schmerzt mich, von Menschen zu erfahren, die aus fehlgeleiteter Überzeugung, aus Wahn und Irrsinn anderen Menschen Leid zufügen. So grausames Leid. Es schmerzt so sehr, dass sich meine Haut an manchen Tagen ganz taub anfühlt. An diesen Tagen jedoch ist mir jedes Wort zu viel. Jedes. Egal ob ich es spreche oder ob es zu mir gesprochen wird.
2016/04/25
Altenpflege - mehr als das!
An manchen Tagen raubt mir meine Arbeit sämtliche Energie. Heute war so ein Tag. Nicht die Tätigkeiten an sich sind es, die mich Kraft kosten. Es sind fast immer die emotionalen Faktoren. Ich begleite Menschen. Seit über 10 Jahren. Mit Pause und aktuell nur in Teilzeit. Dennoch. Ich begleite Menschen. Keine Patienten. Keine Nummern. Menschen. Welche mit unglaublichen Geschichten. Welche mit unglaublich viel Herz und Sinn für Humor. Ich wecke sie früh morgens, wähle den Deo-Roller statt des Deo Sprays. Ich benutze den Kamm statt der Bürste, obwohl die Bürste sicherlich effektiver wäre. Ich wähle die "Nivea" Creme, statt Tagescreme für das Gesicht. Weil diejenigen, die ich so früh morgens wecke, es zum Teil seit über 70 Jahren so gewohnt sind. Das Hinterfrage ich nicht. An diesen Tätigkeiten optimiere ich mein Arbeitstempo nicht. Ich begleite Menschen. Ich darf Teil ihres Lebens sein. Der letzten Jahre, der letzten Wochen. Und letztlich oftmals der letzten Tage.
Ich bin dankbar, das mich diese Arbeit gefunden hat. Wirklich. Es ist nicht nur ein Beruf. Tatsächlich fühlt es sich so an, als wäre es meine Berufung. Es ist in jedem Fall nicht einfach nur eine Arbeit. Es ist leben. Auf den letzten Schritten. Es ist ein Geschenk, jemanden so nah sein zu dürfen. Es erfüllt mich und macht mich glücklich, wenn ich jemanden ein Lächeln entlocken kann. Gerade an Tagen, an denen alles gegen die Wand fährt. Wenn beim Duschen die Duschhaube verrutscht ist, der Lieblingsbezug noch in der Wäscherei ist oder der verflixte Verband nicht halten möchte. Ganz genau an solchen Tagen ist es das Größte, wenn man am Ende doch darüber lacht. Gemeinsam. Denn ich bin nicht nur die Schwester, die kommt und versorgt. Ich bin ein Teil ihres Lebens. Für ein paar Stunden. Ein paar Tage im Monat.
Genau deswegen gibt es auch Tage, an denen ich erschöpft bin. Emotional ausgelaugt. So wie heute. Wenn man binnen weniger Stunden zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin und her geistert. Wenn man nicht gehen will, weil man nicht alleine lassen möchte. Wenn man gemeinsam weint und an den Tatsachen für einen Moment zerbricht. Ja. Genau dann bin ich ziemlich leer.
Dieser Zustand ist nicht schlimm. Dieser Zustand ist das mindeste, was man einen Menschen schuldig ist, wenn man mit ihm lebt. Man darf wütend sein. Auf diese Tatsachen. Man darf weinen. Man darf verzweifelt sein. Man darf sich machtlos fühlen. Menschlichkeit darf niemals an der Professionalität scheitern. Nicht in meinem Berufsfeld. Niemals.
Heute war ein anstrengender Tag. Es werden noch viele weitere Folgen. Und nicht desto trotz sage ich aus tiefstem Herzen:
Ich bin dankbar, das mich diese Arbeit gefunden hat. Wirklich. Es ist nicht nur ein Beruf. Tatsächlich fühlt es sich so an, als wäre es meine Berufung. Es ist in jedem Fall nicht einfach nur eine Arbeit. Es ist leben. Auf den letzten Schritten. Es ist ein Geschenk, jemanden so nah sein zu dürfen. Es erfüllt mich und macht mich glücklich, wenn ich jemanden ein Lächeln entlocken kann. Gerade an Tagen, an denen alles gegen die Wand fährt. Wenn beim Duschen die Duschhaube verrutscht ist, der Lieblingsbezug noch in der Wäscherei ist oder der verflixte Verband nicht halten möchte. Ganz genau an solchen Tagen ist es das Größte, wenn man am Ende doch darüber lacht. Gemeinsam. Denn ich bin nicht nur die Schwester, die kommt und versorgt. Ich bin ein Teil ihres Lebens. Für ein paar Stunden. Ein paar Tage im Monat.
Genau deswegen gibt es auch Tage, an denen ich erschöpft bin. Emotional ausgelaugt. So wie heute. Wenn man binnen weniger Stunden zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin und her geistert. Wenn man nicht gehen will, weil man nicht alleine lassen möchte. Wenn man gemeinsam weint und an den Tatsachen für einen Moment zerbricht. Ja. Genau dann bin ich ziemlich leer.
Dieser Zustand ist nicht schlimm. Dieser Zustand ist das mindeste, was man einen Menschen schuldig ist, wenn man mit ihm lebt. Man darf wütend sein. Auf diese Tatsachen. Man darf weinen. Man darf verzweifelt sein. Man darf sich machtlos fühlen. Menschlichkeit darf niemals an der Professionalität scheitern. Nicht in meinem Berufsfeld. Niemals.
Heute war ein anstrengender Tag. Es werden noch viele weitere Folgen. Und nicht desto trotz sage ich aus tiefstem Herzen:
"Danke, dass ich Sie begleiten darf!"
Müde.
Minensie
2016/04/21
Ganz ohne Filter.
Es ist 1:38 Uhr und ich sitze mit der einen Po-Hälfte auf der
abgerutschten Bergspitze des Wäscheberges. Und ich könnte heulen.
Nein. Nicht weinen. Heulen! Rotz und Wasser!
Es ist 1:38 Uhr und der Haushalt ist nicht im geringsten gemacht. Und das, obwohl ich quasi Vorzeigekinder beim Thema einschlafen und durchschlafen habe. Meine Sofadecke hat ein Loch, die Regal passen nicht zusammen und ich habe immernoch keinen Schreibtisch, an dem ich mich wohl fühle.
Ich kann das einfach nicht. Haushalt tipptopp, Kinder tipptopp, innere Ausgeglichenheit ganz schwubidu und gesellschaftlich auch vorne mit dabei - das ist, so ziehe ich nach knapp 5,5 Jahren Mutterdasein Bilanz, einfach nicht mein Ding. Zeitmanagement ist nicht mein Freund. Chaos ein Dauergast. Was ich mir nur dachte, wie das mal alles zu wuppen sei. Wie blauäugig ich doch war und was für eine Ehrfurcht ich mittlerweile für das Schaffen meiner alleinerziehenden Mutter entwickelt habe. Wie sie das nur gewuppt hat. Mit drei Kindern. Und ich heule weiter.
Social Media ist Fluch und Segen. Tagtäglich verliebe ich mich auf Instagram in wunderschöne "Interior" und "Familienglück" Bilder in pastell und Gingham. Tagtäglich huscht da ein Lächeln über meine Lippen und ich freue mich, wie schön es andere haben. Und dann hebe ich meinen Blick, lasse ihn nur ganz knapp über all die Unordnung, das Vollgestopfte und unbesiegbare Chaos hier schweifen und seufze innerlich tief. Nein. Hier ist es definitiv nicht so schön und pastellig. Filter machen die Welt zwar schöner, aber mein Chaos verschwindet dadurch nicht. Und diese 78qm werden dadurch einfach nicht übersichtlicher oder geräumiger.
Ich versuche seit Jahren mich damit abzufinden, dass ich niemals so eine akribische Hausfrau sein werde. Ich mag es, wenn es fast bis zum Platzen vollgestopft ist, nur um es dann in einem Anflug von Wahn picobello aufzuräumen. Schon immer. Ich staple gerne hohe Türme aus Altpapier, Briefen, Zeitschriften, Unterlagen und freue mich um so mehr, wenn ich sie dann in einer durch-zechten Nacht bezwungen habe. Jedes mal sage ich mir ,Diesmal nicht! Diesmal räumst du es gleich auf und wartest nicht wieder bis zum nächsten Nervenzusammenbruch!' und tue es dann doch. Ich warte so lange, bis ich fast nicht mehr atmen kann vor lauter Druck. Damit kann ich grundsätzlich umgehen. Der Haken an der Sache: Ich habe mittlerweile zwei Kinder und gelte als Erwachsen. Durchzechte Nächte sind kräftezehrender denn je und ich büße sie über Wochen. Ich habe neben meinem sichtbaren Chaos zwei wundervolle Kinder, denen ich wesentlich mehr Zeit schenke, als ich es je für den Haushalt aufbringen wollen würde. Lieber basteln wir auf einen ungeordneten Tisch voller Kram oder schieben Zeug am Boden zur Seite um dort Vulkanberge oder Raumschiffe zu bauen. Das ist zu 80% auch wirklich in Ordnung, diese Unordnung.
Und dann kommt der Rappel, die Wut auf sich selbst, das Unverständnis, wie es andere offenkundig besser hinbekommen und letztlich ist da dann auch Neid auf so ein Pastell-Leben. Was um so aberwitziger erscheint, weil mir vollkommen klar ist, dass ich andere Leben nur als Ausschnitt miterlebe. Immer und immer wieder nur Momentaufnahmen. Ich weiß das. Und trotzdem falle ich unter dieser Erkenntnis in mir zusammen.
Ich bin Mutter zweier wundervoller Kinder. Ich bin nicht gut. Ich bin nicht schlecht. Diese Wertung und dieses kategorisieren mag ich nicht. Ich bin Mutter. Punkt. Ich sehe meine Kinder gerne Lachen. Ich sehe meine Kinder gerne wachsen. Die Welt entdecken. Ich sehe aber auch mehr. Gefährliches, Dinge, die sich nicht gehören und Dinge die mir nicht gefallen. Ich habe keine Patentlösung für jedes Problem. Ich kenne keine Strategie, um nicht zu schimpfen. Ich kenne Jesper Juul nur vom Namen, habe jedoch noch nie eine Zeile von ihm gelesen. Genauso wenig wie ich sonst irgendwelche Kinder-Ratgeber kenne. Die einzigen Ratgeber, die ich gelesen habe waren Baby-Ratgeber. Über das Schlafverhalten von Babys, über Schübe. Danach habe ich aufgehört mich als Mutter weiterzubilden. Seitdem mache ich das aus dem Bauch heraus. Und das ist nicht immer gut. Das ist ebenso ein Fakt. Aus dem Bauch heraus Laut zu werden fühlt sich vom Verstand her falsch an. Ist es auch. Der Bauch gewinnt dennoch. Immer wieder mal. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man zum Elterndasein eigentlich eine Grundausbildung in Psychologie und Verhaltensforschung hätte absolvieren sollen. Ich dachte sehr lange, Bauchgefühl reicht völlig aus. Aber mein Bauchgefühl macht mich im Erziehungsstil nicht rundum glücklich. Außerdem kommt es mir so vor, als hätte ich immer wieder mal eine Magenverstimmung. Sodass ich das eine oder andere Bauchgefühl überhaupt nicht zuordnen kann. Am Ende ist dann einfach alles falsch. Womit wir wieder beim Rappel wären. Wut auf mich selbst, das Unverständnis, wie es andere offenkundig besser hinbekommen und letztlich der Neid. Auf dieses Funktionieren bei anderen. Ich bin nicht gut darin, Dinge falsch zu machen. Dabei mache ich vieles Falsch. Sehr vieles sogar. Das macht mich nicht nur äußerlich klein. Das macht mir vor allem das Herz so schwer.
Folglich bin ich auch nicht gut darin, mich um mich selbst zu kümmern. Ich gehe nicht aufs Klo, wenn ich dringend müsste, solange anderes erledigt werden muss. Ich trinke viel zu wenig, schon immer, weil es mir einfach nicht wichtig ist, meinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Ich esse sehr vieles Ungesundes. Genau aus dem gleichen Grund. Dabei ist es mir bei meiner Familie das höchste Gut für genau das zu sorgen. Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel. Es kümmert mich nicht, ob meine Haare gut sitzen, ob ich geschminkt bin, ob die Kleidung, die ich trage, anderen gefällt. Es stört mich nicht, wenn ich anderen nicht gefallen könnte. Aber es stört mich, dass ich mir selbst nicht so viel wert bin, um mir zu gefallen. Denn ich bin ein Genussmensch in jeder Hinsicht. Ich erfreue mich an allem, was schön ist. Ob Essen, ob Materielles, ob Gesten, ob Zwischenmenschliches. Nur kann ich mich selbst einfach nicht genießen. Ich bin mir dessen bewusst, dass das ziemlich kläglich ist. Ich gebe aber auch nicht die Hoffnung auf, mich irgendwann ich mich selbst zu verlieben. Oder wenigstens ein bisschen zu verguggen. Schließlich muss ich mit mir die meiste Zeit meines Lebens verbringen. Einengender Gedanke. Irgendwie.
Gesellschaftlich hab ich mich aktuell beim Spagat verrenkt. Arbeit und Familie sind große Herausforderungen für mich. Ich gebe ungern weniger als 100% und fühle mich durch die Arbeit, oder durch die Familie - je nachdem von welcher Seite man es betrachtet - dazu gezwungen unter 100% zu gehen. Ich kann es niemandem recht machen. Dem Arbeitgeber nicht, der gerne mehr Flexibilität hätte, der Familie nicht, die gerne mehr Familienzeit hätte. Ich schaffe es nicht, eine Routine zwischen Arbeit und Familie hineinzubringen. Und ich habe absolut keine Ahnung, wie das andere machen. Ich arbeite gerade mal popelige 65 Stunden im Monat und bin völlig überfordert, dass alles unter einen Hut zu bekommen. Womit wir wieder beim Rappel wären...
Hallo Welt, du bist ganz schön verdreht.
Und wenn ich mich dann Nachts aus geheult habe. Mir der Kopf pocht, die Augen brennen. Dann tapsen am nächsten Morgen zwei Paar kleine nackte Füße über das Linoleum und huschen über den Teppich zu mir aufs Sofa, geben mir ein Schmollmund und eine Zuckerschnute einen dicken, nassen Kuss, bevorzugt auf die Brille, und schauen mich vier neugierige Augen, noch etwas verschlafen, an und flüstern zwei kleine piepsige Stimmen: "Mama? Ich hab dich soooo lieb!"
Ausgeheult mit pochendem Kopf komme ich letztlich immer wieder zu dem Entschluss: Ich liebe nicht mich, aber ich liebe mein Leben. Wenn es drei von vier Personen in diesem Haushalt schaffen, über all dem hier zu stehen, dann ist das alles nur in meinem Kopf.
Minensie
Es ist 1:38 Uhr und der Haushalt ist nicht im geringsten gemacht. Und das, obwohl ich quasi Vorzeigekinder beim Thema einschlafen und durchschlafen habe. Meine Sofadecke hat ein Loch, die Regal passen nicht zusammen und ich habe immernoch keinen Schreibtisch, an dem ich mich wohl fühle.
Ich kann das einfach nicht. Haushalt tipptopp, Kinder tipptopp, innere Ausgeglichenheit ganz schwubidu und gesellschaftlich auch vorne mit dabei - das ist, so ziehe ich nach knapp 5,5 Jahren Mutterdasein Bilanz, einfach nicht mein Ding. Zeitmanagement ist nicht mein Freund. Chaos ein Dauergast. Was ich mir nur dachte, wie das mal alles zu wuppen sei. Wie blauäugig ich doch war und was für eine Ehrfurcht ich mittlerweile für das Schaffen meiner alleinerziehenden Mutter entwickelt habe. Wie sie das nur gewuppt hat. Mit drei Kindern. Und ich heule weiter.
Social Media ist Fluch und Segen. Tagtäglich verliebe ich mich auf Instagram in wunderschöne "Interior" und "Familienglück" Bilder in pastell und Gingham. Tagtäglich huscht da ein Lächeln über meine Lippen und ich freue mich, wie schön es andere haben. Und dann hebe ich meinen Blick, lasse ihn nur ganz knapp über all die Unordnung, das Vollgestopfte und unbesiegbare Chaos hier schweifen und seufze innerlich tief. Nein. Hier ist es definitiv nicht so schön und pastellig. Filter machen die Welt zwar schöner, aber mein Chaos verschwindet dadurch nicht. Und diese 78qm werden dadurch einfach nicht übersichtlicher oder geräumiger.
Ich versuche seit Jahren mich damit abzufinden, dass ich niemals so eine akribische Hausfrau sein werde. Ich mag es, wenn es fast bis zum Platzen vollgestopft ist, nur um es dann in einem Anflug von Wahn picobello aufzuräumen. Schon immer. Ich staple gerne hohe Türme aus Altpapier, Briefen, Zeitschriften, Unterlagen und freue mich um so mehr, wenn ich sie dann in einer durch-zechten Nacht bezwungen habe. Jedes mal sage ich mir ,Diesmal nicht! Diesmal räumst du es gleich auf und wartest nicht wieder bis zum nächsten Nervenzusammenbruch!' und tue es dann doch. Ich warte so lange, bis ich fast nicht mehr atmen kann vor lauter Druck. Damit kann ich grundsätzlich umgehen. Der Haken an der Sache: Ich habe mittlerweile zwei Kinder und gelte als Erwachsen. Durchzechte Nächte sind kräftezehrender denn je und ich büße sie über Wochen. Ich habe neben meinem sichtbaren Chaos zwei wundervolle Kinder, denen ich wesentlich mehr Zeit schenke, als ich es je für den Haushalt aufbringen wollen würde. Lieber basteln wir auf einen ungeordneten Tisch voller Kram oder schieben Zeug am Boden zur Seite um dort Vulkanberge oder Raumschiffe zu bauen. Das ist zu 80% auch wirklich in Ordnung, diese Unordnung.
Und dann kommt der Rappel, die Wut auf sich selbst, das Unverständnis, wie es andere offenkundig besser hinbekommen und letztlich ist da dann auch Neid auf so ein Pastell-Leben. Was um so aberwitziger erscheint, weil mir vollkommen klar ist, dass ich andere Leben nur als Ausschnitt miterlebe. Immer und immer wieder nur Momentaufnahmen. Ich weiß das. Und trotzdem falle ich unter dieser Erkenntnis in mir zusammen.
Ich bin Mutter zweier wundervoller Kinder. Ich bin nicht gut. Ich bin nicht schlecht. Diese Wertung und dieses kategorisieren mag ich nicht. Ich bin Mutter. Punkt. Ich sehe meine Kinder gerne Lachen. Ich sehe meine Kinder gerne wachsen. Die Welt entdecken. Ich sehe aber auch mehr. Gefährliches, Dinge, die sich nicht gehören und Dinge die mir nicht gefallen. Ich habe keine Patentlösung für jedes Problem. Ich kenne keine Strategie, um nicht zu schimpfen. Ich kenne Jesper Juul nur vom Namen, habe jedoch noch nie eine Zeile von ihm gelesen. Genauso wenig wie ich sonst irgendwelche Kinder-Ratgeber kenne. Die einzigen Ratgeber, die ich gelesen habe waren Baby-Ratgeber. Über das Schlafverhalten von Babys, über Schübe. Danach habe ich aufgehört mich als Mutter weiterzubilden. Seitdem mache ich das aus dem Bauch heraus. Und das ist nicht immer gut. Das ist ebenso ein Fakt. Aus dem Bauch heraus Laut zu werden fühlt sich vom Verstand her falsch an. Ist es auch. Der Bauch gewinnt dennoch. Immer wieder mal. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man zum Elterndasein eigentlich eine Grundausbildung in Psychologie und Verhaltensforschung hätte absolvieren sollen. Ich dachte sehr lange, Bauchgefühl reicht völlig aus. Aber mein Bauchgefühl macht mich im Erziehungsstil nicht rundum glücklich. Außerdem kommt es mir so vor, als hätte ich immer wieder mal eine Magenverstimmung. Sodass ich das eine oder andere Bauchgefühl überhaupt nicht zuordnen kann. Am Ende ist dann einfach alles falsch. Womit wir wieder beim Rappel wären. Wut auf mich selbst, das Unverständnis, wie es andere offenkundig besser hinbekommen und letztlich der Neid. Auf dieses Funktionieren bei anderen. Ich bin nicht gut darin, Dinge falsch zu machen. Dabei mache ich vieles Falsch. Sehr vieles sogar. Das macht mich nicht nur äußerlich klein. Das macht mir vor allem das Herz so schwer.
Folglich bin ich auch nicht gut darin, mich um mich selbst zu kümmern. Ich gehe nicht aufs Klo, wenn ich dringend müsste, solange anderes erledigt werden muss. Ich trinke viel zu wenig, schon immer, weil es mir einfach nicht wichtig ist, meinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Ich esse sehr vieles Ungesundes. Genau aus dem gleichen Grund. Dabei ist es mir bei meiner Familie das höchste Gut für genau das zu sorgen. Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel. Es kümmert mich nicht, ob meine Haare gut sitzen, ob ich geschminkt bin, ob die Kleidung, die ich trage, anderen gefällt. Es stört mich nicht, wenn ich anderen nicht gefallen könnte. Aber es stört mich, dass ich mir selbst nicht so viel wert bin, um mir zu gefallen. Denn ich bin ein Genussmensch in jeder Hinsicht. Ich erfreue mich an allem, was schön ist. Ob Essen, ob Materielles, ob Gesten, ob Zwischenmenschliches. Nur kann ich mich selbst einfach nicht genießen. Ich bin mir dessen bewusst, dass das ziemlich kläglich ist. Ich gebe aber auch nicht die Hoffnung auf, mich irgendwann ich mich selbst zu verlieben. Oder wenigstens ein bisschen zu verguggen. Schließlich muss ich mit mir die meiste Zeit meines Lebens verbringen. Einengender Gedanke. Irgendwie.
Gesellschaftlich hab ich mich aktuell beim Spagat verrenkt. Arbeit und Familie sind große Herausforderungen für mich. Ich gebe ungern weniger als 100% und fühle mich durch die Arbeit, oder durch die Familie - je nachdem von welcher Seite man es betrachtet - dazu gezwungen unter 100% zu gehen. Ich kann es niemandem recht machen. Dem Arbeitgeber nicht, der gerne mehr Flexibilität hätte, der Familie nicht, die gerne mehr Familienzeit hätte. Ich schaffe es nicht, eine Routine zwischen Arbeit und Familie hineinzubringen. Und ich habe absolut keine Ahnung, wie das andere machen. Ich arbeite gerade mal popelige 65 Stunden im Monat und bin völlig überfordert, dass alles unter einen Hut zu bekommen. Womit wir wieder beim Rappel wären...
Hallo Welt, du bist ganz schön verdreht.
Und wenn ich mich dann Nachts aus geheult habe. Mir der Kopf pocht, die Augen brennen. Dann tapsen am nächsten Morgen zwei Paar kleine nackte Füße über das Linoleum und huschen über den Teppich zu mir aufs Sofa, geben mir ein Schmollmund und eine Zuckerschnute einen dicken, nassen Kuss, bevorzugt auf die Brille, und schauen mich vier neugierige Augen, noch etwas verschlafen, an und flüstern zwei kleine piepsige Stimmen: "Mama? Ich hab dich soooo lieb!"
Ausgeheult mit pochendem Kopf komme ich letztlich immer wieder zu dem Entschluss: Ich liebe nicht mich, aber ich liebe mein Leben. Wenn es drei von vier Personen in diesem Haushalt schaffen, über all dem hier zu stehen, dann ist das alles nur in meinem Kopf.
Minensie
2016/04/11
Schlaflos - ein paar Nachtgedanken aus dem Alltag.
Ich habe keine genaue Erklärung, aber jedes mal, wenn ich eigentlich wirklich pünktlich ins Bett gehen sollte, liege ich wach. Der Wecker klingelt in weniger als 5 Stunden (es ist 0:58 Uhr) und mein Tag war alles andere als langweilig oder nicht fordernd. Dennoch. Ich liege da, wälze tausend Gedanken und komme einfach nicht zur Ruhe. Deswegen nun ein Schlaflos-Eintrag meinerseits.
Meine Gedanken kreisen zum einen um das bevorstehende Projekt "Garten". Bei meiner Mutter gibt es eine kleine Fläche, die ich ganz frei nach meinen Vorstellungen bepflanzen darf. Das durfte ich schon im vergangenen Jahr, allerdings habe ich es da irgendwie verpasst. Dieses Jahr möchte ich es aber endlich anpacken.
Und so haben wir, das heißt die Wuselzwerge und ich, in den vergangen zwei Tagen ein bisschen mit Gärtnerwerkzeug gespielt und Unkraut in die Schranken gewiesen. Das war nicht nur zuckersüß, die Wuselzwerge in ihren Superhelden-Konstümen Unkraut zupfen zu sehen, es war auch durch und durch entspannend. Nach einem arbeitsreichen Vormittag und Eis zum Feierabend war das tatsächlich genau die Art von Entspannung, die mir gefiel.
Um so erstaunter war ich, als der große Wuselzwerg in einer unermüdlichen Eifrigkeit mit mir den Boden bearbeitet. Denn schließlich war er es, der am lautesten protestierte, dass er nicht dort hin wolle, dass er keinen Garten wolle, dass er lieber spielen wolle. Innen. Mit Kapla-Bausteinen (diesen Holzstäben, die es zu Ostern gab). Bei fast 20 Grad Außentemperatur! Mit einem Karton Kapla im Schlepptau ließ sich der große Wuselzwerg dann aber doch überreden. Nur um am Ende gar keine Zeit dafür zu haben. Ach.
Und weil es so schön war, waren wir gleich am nächsten Tag (also heute) wieder im "Garten" und haben ein weiteres Stück geschafft. Diesmal mit weniger Protest beim Aufbruch als am Tag zuvor. Dafür jedoch auch mit weniger Arbeitseifer als am Tag zuvor. Man kann nicht alles haben.
Die zweite Baustelle in meinem Kopf - der Geburtstag des Miniwusels. Die Einladungen müssten fertig gemacht werden. Die Rohlinge haben wir immerhin schon vorbereitet.
Inklusive Teppich-Massaker kurz vor dem Schlafengehen. Der Miniwusel schaffte es, eine große Menge schwarze Tempera-Farbe auszukippen. Auf den Teppich natürlich.
DAS war tatsächlich eine Aktion. Da haben der Herr von und zu Wuselpapa und ich ziemlich geschwitzt. Allerdings war ich an dem Massaker zu Hauptanteilen selbst schuld, deswegen hieß es, ohne Murren und knurren beten und schrubben, dass der Fleck wieder aus dem Teppich geht. Ging er dank Nass-Sauger auch tatsächlich nahezu rückstandslos. Was für ein Glück!
Jetzt müssen an die Rohlinge jedoch noch allerhand Kleingedöns. Bestenfalls vom Miniwusel mitgebastelt. Es sind ja schließlich seine Einladungen. Und er freut sich schon sehr darauf. Sagt er zumindest. Glaube ich ihm nur bedingt, da seine "Arbeitsmotivation" eher gering scheint, aber nun gut. Neben den Einladungen muss ja auch noch ein bisschen was drum herum geplant werden. Ich bin auch noch gar keinen Meter weiter mit meinen Überlegungen. Ich sollte tatsächlich wieder mehr aufschreiben. Mein Kopf platzt aus allen Nähten vor lauter Gedanken und Gedankensprüngen und Gedankenfetzen.
Nächste Baustelle: Thema Einschlung. Leidig. Nervig. Aber hoffentlich bald ausgestanden. Die Tendenzen haben sich innerhalb von einer Woche zweimal komplett gedreht. Das finde ich anstrengend. Ich finde mich anstrengend. Das ganze Thema strengt mich an! Hmpf. Letztlich bleibt nur abwarten und Teetrinken. Oder, wie ich bereits bei Facebook schrieb, Kaffee.
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. Ich weiß, ich weiß.
Außerdem ist mir aufgefallen - in ein paar Tagen geht es zur #denkst16 nach Nürnberg. Meine erste Familienbloggerkonferenz. Ach iwo. Meine erste Konferenz überhaupt. Da wären Visitenkarten irgendwie nett. Vielleicht sogar Pflicht?
Auch wenn ich keine persönliche Postkarte bekommen habe, fühle ich mich da eingeladen. Jawohl ja! Ich freu mich derweil einfach an der Postkarte für die liebe Nadine. Und freu mich noch mehr auf den Tag, den wir mehr oder weniger (hoffentlich mehr als weniger!) gemeinsam dort verbringen werden! Mein einziger freier Samstag im Monat April! Und ich finde, er ist da bestens angelegt. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. Warum weiß ich nicht. Aber Aufregung soll ja gut sein. Für die Durchblutung. Oder sowas.
Und dann wäre da noch etwas, worüber ich eher zufällig gestolpert bin. Was, wenn man mit so einer Plattform wie diesem Blog, dem einen oder anderen helfen könnte. Das wäre ja irgendwie ziemlich cool. Und so grübelte ich nun den gesamten Abend darüber, wie ich das anstellen könnte und bin mindestens genauso angespannt wie neugierig, ob die Grübelei am Ende zu etwas führt.
Neben all dem spuken mir die eine oder andere "Geschichte" im Kopf herum, die ich hier gerne noch erzählen möchte. Damit ich später etwas zu Lachen haben. An nicht ganz so lustigen Tagen zum Beispiel. Dazu müsste ich aber soetwas wie Selbstdisziplin an den Tag legen. Um Zeitfenster effektiver zu nutzen. Das bilde ich mir zumindest ein. Was wiederum zu einer ziemlichen drängelei in meinem Kopf führt. Entschleunigung ist zum Kotzen, wenn man gerade die Vorspultaste gedrückt hat.
Schlafen wäre jetzt toll. Echt jetzt! Sonst muss mich jemand auf arbeit aktivieren. Statt ich andere. Ehm.
Schlaf-Los - wo bist du?
Minensie
Meine Gedanken kreisen zum einen um das bevorstehende Projekt "Garten". Bei meiner Mutter gibt es eine kleine Fläche, die ich ganz frei nach meinen Vorstellungen bepflanzen darf. Das durfte ich schon im vergangenen Jahr, allerdings habe ich es da irgendwie verpasst. Dieses Jahr möchte ich es aber endlich anpacken.
Und so haben wir, das heißt die Wuselzwerge und ich, in den vergangen zwei Tagen ein bisschen mit Gärtnerwerkzeug gespielt und Unkraut in die Schranken gewiesen. Das war nicht nur zuckersüß, die Wuselzwerge in ihren Superhelden-Konstümen Unkraut zupfen zu sehen, es war auch durch und durch entspannend. Nach einem arbeitsreichen Vormittag und Eis zum Feierabend war das tatsächlich genau die Art von Entspannung, die mir gefiel.
Um so erstaunter war ich, als der große Wuselzwerg in einer unermüdlichen Eifrigkeit mit mir den Boden bearbeitet. Denn schließlich war er es, der am lautesten protestierte, dass er nicht dort hin wolle, dass er keinen Garten wolle, dass er lieber spielen wolle. Innen. Mit Kapla-Bausteinen (diesen Holzstäben, die es zu Ostern gab). Bei fast 20 Grad Außentemperatur! Mit einem Karton Kapla im Schlepptau ließ sich der große Wuselzwerg dann aber doch überreden. Nur um am Ende gar keine Zeit dafür zu haben. Ach.
Und weil es so schön war, waren wir gleich am nächsten Tag (also heute) wieder im "Garten" und haben ein weiteres Stück geschafft. Diesmal mit weniger Protest beim Aufbruch als am Tag zuvor. Dafür jedoch auch mit weniger Arbeitseifer als am Tag zuvor. Man kann nicht alles haben.
Die zweite Baustelle in meinem Kopf - der Geburtstag des Miniwusels. Die Einladungen müssten fertig gemacht werden. Die Rohlinge haben wir immerhin schon vorbereitet.
Inklusive Teppich-Massaker kurz vor dem Schlafengehen. Der Miniwusel schaffte es, eine große Menge schwarze Tempera-Farbe auszukippen. Auf den Teppich natürlich.
DAS war tatsächlich eine Aktion. Da haben der Herr von und zu Wuselpapa und ich ziemlich geschwitzt. Allerdings war ich an dem Massaker zu Hauptanteilen selbst schuld, deswegen hieß es, ohne Murren und knurren beten und schrubben, dass der Fleck wieder aus dem Teppich geht. Ging er dank Nass-Sauger auch tatsächlich nahezu rückstandslos. Was für ein Glück!
Jetzt müssen an die Rohlinge jedoch noch allerhand Kleingedöns. Bestenfalls vom Miniwusel mitgebastelt. Es sind ja schließlich seine Einladungen. Und er freut sich schon sehr darauf. Sagt er zumindest. Glaube ich ihm nur bedingt, da seine "Arbeitsmotivation" eher gering scheint, aber nun gut. Neben den Einladungen muss ja auch noch ein bisschen was drum herum geplant werden. Ich bin auch noch gar keinen Meter weiter mit meinen Überlegungen. Ich sollte tatsächlich wieder mehr aufschreiben. Mein Kopf platzt aus allen Nähten vor lauter Gedanken und Gedankensprüngen und Gedankenfetzen.
Nächste Baustelle: Thema Einschlung. Leidig. Nervig. Aber hoffentlich bald ausgestanden. Die Tendenzen haben sich innerhalb von einer Woche zweimal komplett gedreht. Das finde ich anstrengend. Ich finde mich anstrengend. Das ganze Thema strengt mich an! Hmpf. Letztlich bleibt nur abwarten und Teetrinken. Oder, wie ich bereits bei Facebook schrieb, Kaffee.
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. Ich weiß, ich weiß.
Außerdem ist mir aufgefallen - in ein paar Tagen geht es zur #denkst16 nach Nürnberg. Meine erste Familienbloggerkonferenz. Ach iwo. Meine erste Konferenz überhaupt. Da wären Visitenkarten irgendwie nett. Vielleicht sogar Pflicht?
Auch wenn ich keine persönliche Postkarte bekommen habe, fühle ich mich da eingeladen. Jawohl ja! Ich freu mich derweil einfach an der Postkarte für die liebe Nadine. Und freu mich noch mehr auf den Tag, den wir mehr oder weniger (hoffentlich mehr als weniger!) gemeinsam dort verbringen werden! Mein einziger freier Samstag im Monat April! Und ich finde, er ist da bestens angelegt. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. Warum weiß ich nicht. Aber Aufregung soll ja gut sein. Für die Durchblutung. Oder sowas.
Und dann wäre da noch etwas, worüber ich eher zufällig gestolpert bin. Was, wenn man mit so einer Plattform wie diesem Blog, dem einen oder anderen helfen könnte. Das wäre ja irgendwie ziemlich cool. Und so grübelte ich nun den gesamten Abend darüber, wie ich das anstellen könnte und bin mindestens genauso angespannt wie neugierig, ob die Grübelei am Ende zu etwas führt.
Neben all dem spuken mir die eine oder andere "Geschichte" im Kopf herum, die ich hier gerne noch erzählen möchte. Damit ich später etwas zu Lachen haben. An nicht ganz so lustigen Tagen zum Beispiel. Dazu müsste ich aber soetwas wie Selbstdisziplin an den Tag legen. Um Zeitfenster effektiver zu nutzen. Das bilde ich mir zumindest ein. Was wiederum zu einer ziemlichen drängelei in meinem Kopf führt. Entschleunigung ist zum Kotzen, wenn man gerade die Vorspultaste gedrückt hat.
Schlafen wäre jetzt toll. Echt jetzt! Sonst muss mich jemand auf arbeit aktivieren. Statt ich andere. Ehm.
Schlaf-Los - wo bist du?
Minensie
2016/04/01
Nostalgie - Heute vor...
... 6 Jahren.
Heute vor 6 Jahren hatte ich ziemliches Herzrasen. Und Bauchflattern. Heute vor 6 Jahren saß ich im "Kämmerle", der Herr von und zu und ich je einen kleinen Goldhasen und die Schwiegereltern ein Überraschungsei in Übergröße vor sich. Es war ein herrlicher Morgen. Die Sonne schien. Es war warm und der Frühling klopfte ans Fenster. Es gab frische Brötchen und Frühstückseier. Es wurde geplaudert. Über dies und jenes. Über den bevorstehenden Abend. Über das Wetter, über die Woche. Die Osternascherei von jedem unberührt.
Bis ich es irgendwann nicht mehr aushielt und die Schwiegereltern drängte doch ENDLICH das Ei zu öffnen. Ich hatte den Nachmittag zuvor damit verbracht, dieses Ei besonders zu präparieren. Die etwas irritierten Schwiegereltern taten glücklicherweise, wie ihnen gesagt wurde, und ich spüre heute noch ein leichtes Kribbeln auf der Haut, wenn ich an den Moment denke, als sie den Inhalt realisierten. Ein Ultraschallbild. Und je eine Lizenz zur Oma und zum Opa. Das dauerte etwa 2 Sekunden bis die beste Schwiegermutter der Welt verstand. Und dann gab es Tränen. Reichlich.
6 Jahre ist das her. Es fühlt sich wie ein Wimpernschlag an.
Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade erst ein paar Monate in die renovierte Wohnung umgezogen. Ich hatte meine Ausbildung beendet, eine weitere Zusatzausbildung begonnen, einen neue Stelle innerhalb des Hauses angenommen und hatte mich zum Fernstudium angemeldet. Und dann war da so ein Punkt auf einem Schwarz/Weiß Bild. Das schönste Bild, dass ich bis dahin je gesehen hatte. Die Liebe, die ich bei diesem Bild empfand ist bis heute nicht weniger geworden. Ganz im Gegenteil, sie wächst täglich. Sie war die erste Liebe ihrer Art, die in ihrer Wiederholung nicht an Zauber verloren hat. Vor 6 Jahren verliebte ich mich Hals über Kopf in einen Punkt voller Leben. Seither schlägt mein Herz in einem anderen Takt. Meinem anderen Takt. Seit 6 Jahren.
Danke. Für dieses Wunder. Dieses Leben. Diese Liebe.
Minensie
Heute vor 6 Jahren hatte ich ziemliches Herzrasen. Und Bauchflattern. Heute vor 6 Jahren saß ich im "Kämmerle", der Herr von und zu und ich je einen kleinen Goldhasen und die Schwiegereltern ein Überraschungsei in Übergröße vor sich. Es war ein herrlicher Morgen. Die Sonne schien. Es war warm und der Frühling klopfte ans Fenster. Es gab frische Brötchen und Frühstückseier. Es wurde geplaudert. Über dies und jenes. Über den bevorstehenden Abend. Über das Wetter, über die Woche. Die Osternascherei von jedem unberührt.
Bis ich es irgendwann nicht mehr aushielt und die Schwiegereltern drängte doch ENDLICH das Ei zu öffnen. Ich hatte den Nachmittag zuvor damit verbracht, dieses Ei besonders zu präparieren. Die etwas irritierten Schwiegereltern taten glücklicherweise, wie ihnen gesagt wurde, und ich spüre heute noch ein leichtes Kribbeln auf der Haut, wenn ich an den Moment denke, als sie den Inhalt realisierten. Ein Ultraschallbild. Und je eine Lizenz zur Oma und zum Opa. Das dauerte etwa 2 Sekunden bis die beste Schwiegermutter der Welt verstand. Und dann gab es Tränen. Reichlich.
6 Jahre ist das her. Es fühlt sich wie ein Wimpernschlag an.
Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade erst ein paar Monate in die renovierte Wohnung umgezogen. Ich hatte meine Ausbildung beendet, eine weitere Zusatzausbildung begonnen, einen neue Stelle innerhalb des Hauses angenommen und hatte mich zum Fernstudium angemeldet. Und dann war da so ein Punkt auf einem Schwarz/Weiß Bild. Das schönste Bild, dass ich bis dahin je gesehen hatte. Die Liebe, die ich bei diesem Bild empfand ist bis heute nicht weniger geworden. Ganz im Gegenteil, sie wächst täglich. Sie war die erste Liebe ihrer Art, die in ihrer Wiederholung nicht an Zauber verloren hat. Vor 6 Jahren verliebte ich mich Hals über Kopf in einen Punkt voller Leben. Seither schlägt mein Herz in einem anderen Takt. Meinem anderen Takt. Seit 6 Jahren.
Danke. Für dieses Wunder. Dieses Leben. Diese Liebe.
Minensie
2016/01/20
|| Brief an meine Kinder ||
es tut mir leid. Das möchte ich euch zweien gleich zu Beginn sagen. Es tut mir wirklich leid. Das ihr so manchen Tag tränenreich beginnen müsst, weil ein nicht greifbarer Terminkalender sagt, ich muss zur Arbeit. Ich weiß, die Tränen versiegen innerhalb weniger Minuten. Aber ich weiß nicht, ob ein Tag tatsächlich so beginnen sollte. Mit Verlustängsten, die ihr nicht benennen könnt.
Es tut mir leid, dass mein Arbeitsrhythmus nicht der, des Kindergartens ist. Für euch gibt es keinen Unterschied ob Wochenende oder Wochentags. Für euch gibt es keine Regelmäßigkeit. Für euch kann eine Arbeitswoche sieben Tage lang sein. Oder keinen einzigen Tag. Ihr könnt euch auf nichts einstellen. Es gibt keinen Arbeitstag wie es einen Turn-Tag oder einen Mitbring-Tag im Kindergarten gibt. Es gibt nur eine sehr unregelmäßige Anordnung von Tagen, die im Kalender markiert sind.
Es tut mir leid, euch immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen. Und ständigem Wechsel. Herr von und zu Zwergenpapa gibt da sein bestes, wenn er am Morgen meine Stellung einnimmt, aber es ist wirklich hart für euch, dass weiß ich. Das schmerzt mich.
Ich weiß, dass gerade du, mein kleiner Miniwusel, besonders unter dieser nicht benennbaren Angst leidest. Deine Welt bricht zusammen, wenn der Kuss, denn ich dir zum Abschied gebe, ausversehen von deinem Ärmel weggewischt wurde. Du möchtest nicht aktzeptieren, wenn es heißt, ich muss gehen. Für dich scheinen das kleine Abschiede für Ewigkeiten zu sein. Das bricht mir immer wieder das Herz.
Es tut mir ebenfalls leid, dass diese Verlustangst am Abend nicht zwingend aufhört. Dann, wenn der Papa sich verabschiedet und arbeiten geht. Wenn keine Zeit mehr für eine weitere Geschichte ist. Und das so ganz und gar nicht in eure kleinen Köpfe geht. Mittlerweile akzeptiert ihr es an den meisten Abenden. Und an jenen, an denen es euch Tränen kostet, weine ich innerlich mit. Was ihr in euren jungen Jahren alles lernen müsst.
Es tut mir auch leid, dass der Satz, den ihr bisher am meisten gehört
habt, lautet: "Nicht so laut, der Papa schläft!" Ihr müsst euch am Tage
einschränken, ohne zu begreifen warum. Es ist so unwirklich, wenn es
heißt, dass man am Tage schlafen muss. Das können sich viele Erwachsene
schon nicht vorstellen, wie soll man es da von euch erwarten können. Und
dennoch haltet ihr euch an dieses unausgesprochene Regel. Nicht immer
akurat, aber man sieht in den Freien Tagen in aller Deutlichkeit, wie ihr sein
könntet, wenn ihr laut sein dürftet, so wie ihr es wolltet.
Allerdings tut es mir auch leid, dass ich diese Umstände nicht ändern will. Ich liebe euch von ganzem Herzen und möchte nur euer Bestes, dennoch möchte ich es nicht missen, ein Teil der Arbeitswelt zu sein. Ich glaube fest, dass mir dieser kleiner Abstand sehr viel mehr Geduld und Ruhe im Alltag mit euch bringt, als das ich sie ohne Arbeitswelt hätte. Ich freue mich so unglaublich nach einem Wochenenddienst nach Hause zu kommen, eure Plappergeschichten zu hören, eure leuchtenden Augen dabei zu sehen und zu wissen, es ist alles in Ordnung. Dieser Spagat kostet mich Kraft. Ebenso wie dem Herrn von und zu Zwergenpapa. Es kostet enorme Kraft. Und am Ende habe ich oft das Gefühl, ich werde niemanden gerecht. Euch nicht, die ihr immer wieder offensichtlich zeigt, dass ihr das ziemlich doof findet, wenn ich noch vor dem Morgengrauen aus dem Haus husche, noch meinem Arbeitgeber, dem ich bei weitem nicht mehr die Flexibilität bieten möchte, wie ich sie noch vor 6 Jahren geboten habe.
Das alles unter einen Hut zu bekommen, daran arbeiten wir tagtäglich. Und dafür möchte ich euch danken. Denn ihr arbeitet so unsagbar gut mit. Jede Träne trocknet so schnell und ihr findet euer Lachen wieder, ihr habt Spaß an dem was euch der Tag bietet und ihr freut euch so ehrlich und offen über die gemeinsame Zeit, wie es eben nur Kinder können. Ihr meistert das wunderbar.
Ich wünsche mir und hoffe sehr, dass ihr an all dem wachsen könnt. Ohne das es euch klein hält. Ich hoffe inständig, dass wir euch die Gewissheit mitgeben können, dass am Ende alles in Ordnung ist, ihr niemals alleine seid und jeder von uns wieder nach Hause kommt. Bis dahin weine ich still, wenn ihr es tut und lache laut, wenn euch das Lachen einholt. Ich liebe euch und bin dankbar für eure Liebe. Ihr seid mit Abstand die besten und einzigartigsten Kinder, die ich mir je gewünscht habe!
In Liebe
Eure Mama
2015/08/26
#Nachtgedanken No. 2
Die Ferien sind vorbei. Endgültig. Nachdem wir nun einige Tage gebraucht haben, um uns wieder an den normalen Alltag zu gewöhnen, scheint es nun zu laufen. Die Wuselzwerge waren heute immerhin schon um 8:20 Uhr im Kindergarten. Auch ich fahre allmählich etwas runter. Die letzten Wochen stand ich leider permanent unter Strom. Arbeiten, mit den Wuselzwergen Spaß haben, das bisschen Haushalt - man kennt ja die Leier. Nichts desto trotz - es waren tolle Ferien. Wir haben Eis in rauen Mengen genascht, sind geschwommen wie die Fische, haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, waren überall und nirgends, haben tolle Nachmittage und Abende mit Freunden erlebt und hatten selbst im größten Regen jede Menge Spaß.
Die akutelle Woche tröpfelt so vor sich hin. Sobald die Wuselzwerge im Kindergarten sind habe ich plötzlich Zeit. Zeit zum aufräumen, zum frühstücken. Und dann hab ich immernoch Zeit. Zum Grübeln zum Beispiel. Ohja. Mein Hirn ist gerade ein Minenfeld. Ein Bild und kawum - Tränen hier. Ein Artikel und KwAUm - Fassungslosigkeit dort. Ja. Ich lebe wirklich gern hinter dem Mond. Allerdings heißt das nicht, dass ich ignoriere was um mich herum passiert. In keinster Weise. Ich schweige nicht. Aber ich bin es leid zu reden. Ich mache lieber. Patenschaften zum Beispiel. Und auch hier KrRaWUm - Explosionen in meinem Kopf. Ich bin halt nicht sehr groß, da passt nicht so viel Unmut rein. Der muss halt einfach raus.
Zu sagen, ich könnte aufgrund dessen, was tagtäglich die Welt gerade derart aus den Angeln hebt, einfach weitermachen, wäre gelogen. Ich muss zugeben. Ich bin eine Heulsuse. Ich kann es kaum ertragen, mir Gedanken darüber zu machen, was andere täglich aushalten müssen. Es bricht mir mehrmals am Tag und noch mehr in der Nacht das Herz, wenn ich darüber nachdenke, was es bedeutet, gehen zu müssen. Ich habe so viele Erzählungen gehört. Von Früher. Vom Krieg. Vor Jahren. Weit weg. Und nun ist es so nah.
Es scheint sich so vieles gewollt zu wiederholen. Womit wir dann wieder bei der Fassungslosigkeit wären. Es ist mir unbegreiflich, wie man ein Leben gegen Geld eintauschen kann. Es will nicht in meinen Kopf, dass es tatsächlich noch frei denkende, intelligente Menschen gibt, die überzeugt sind, mehr wert zu sein als andere. Ohne etwas dafür getan zu haben. Weil sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren wurden. Als ob es ein Richtig und ein Falsch für Leben gäbe. Als ob es verachtenswert wäre, nach einem Leben zu streben, dass Sicherheit gibt. Egal in welcher Hinsicht. Wie man so engstirnig und kurzsichtig sein kann! Aus Angst. Denn mehr ist es nicht. Einfach nur Angst, der man sich nicht stellen will. Oder kann. Weil man nie gelernt hat, was Empathie bedeutet. Sie selbst vielleicht nie erfahren hat? Bemitleidenswert ist das.
Zudem lähmt mich noch ein ganz anderer Aspekt. 1989. Ich habe ein Puzzel vor mir liegen, dessen Teile ich nicht alle einwandfrei zuordnen kann. Ich suche fehlende Stücke um meine eigene Geschichte klarer sehen zu können. Ich fühle eine Verbundheit mit den Schicksalen von so vielen, die ich nicht erklären kann. Denn ich kann in meine Heimat. Jederzeit. Ich kenne meine Heimat. Ich musste nichts zurücklassen. Zumindest fühlt es sich so an.
Einem Menschen in Not muss man helfen. Das sagt (meine) die gute Kinderstube. Das macht die Menschlichkeit aus. Wer sich am Leid anderer ergötzt, auf jemanden, der schon am Boden liegt, tritt, der hat den Titel Mensch nicht verdient.
Letztendlich bin ich dankbar, so viele wunderbare Menschen zu kennen. Sie sind in der Mehrzahl. Definitiv!
Minensie
Die akutelle Woche tröpfelt so vor sich hin. Sobald die Wuselzwerge im Kindergarten sind habe ich plötzlich Zeit. Zeit zum aufräumen, zum frühstücken. Und dann hab ich immernoch Zeit. Zum Grübeln zum Beispiel. Ohja. Mein Hirn ist gerade ein Minenfeld. Ein Bild und kawum - Tränen hier. Ein Artikel und KwAUm - Fassungslosigkeit dort. Ja. Ich lebe wirklich gern hinter dem Mond. Allerdings heißt das nicht, dass ich ignoriere was um mich herum passiert. In keinster Weise. Ich schweige nicht. Aber ich bin es leid zu reden. Ich mache lieber. Patenschaften zum Beispiel. Und auch hier KrRaWUm - Explosionen in meinem Kopf. Ich bin halt nicht sehr groß, da passt nicht so viel Unmut rein. Der muss halt einfach raus.
Zu sagen, ich könnte aufgrund dessen, was tagtäglich die Welt gerade derart aus den Angeln hebt, einfach weitermachen, wäre gelogen. Ich muss zugeben. Ich bin eine Heulsuse. Ich kann es kaum ertragen, mir Gedanken darüber zu machen, was andere täglich aushalten müssen. Es bricht mir mehrmals am Tag und noch mehr in der Nacht das Herz, wenn ich darüber nachdenke, was es bedeutet, gehen zu müssen. Ich habe so viele Erzählungen gehört. Von Früher. Vom Krieg. Vor Jahren. Weit weg. Und nun ist es so nah.
Es scheint sich so vieles gewollt zu wiederholen. Womit wir dann wieder bei der Fassungslosigkeit wären. Es ist mir unbegreiflich, wie man ein Leben gegen Geld eintauschen kann. Es will nicht in meinen Kopf, dass es tatsächlich noch frei denkende, intelligente Menschen gibt, die überzeugt sind, mehr wert zu sein als andere. Ohne etwas dafür getan zu haben. Weil sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren wurden. Als ob es ein Richtig und ein Falsch für Leben gäbe. Als ob es verachtenswert wäre, nach einem Leben zu streben, dass Sicherheit gibt. Egal in welcher Hinsicht. Wie man so engstirnig und kurzsichtig sein kann! Aus Angst. Denn mehr ist es nicht. Einfach nur Angst, der man sich nicht stellen will. Oder kann. Weil man nie gelernt hat, was Empathie bedeutet. Sie selbst vielleicht nie erfahren hat? Bemitleidenswert ist das.
Zudem lähmt mich noch ein ganz anderer Aspekt. 1989. Ich habe ein Puzzel vor mir liegen, dessen Teile ich nicht alle einwandfrei zuordnen kann. Ich suche fehlende Stücke um meine eigene Geschichte klarer sehen zu können. Ich fühle eine Verbundheit mit den Schicksalen von so vielen, die ich nicht erklären kann. Denn ich kann in meine Heimat. Jederzeit. Ich kenne meine Heimat. Ich musste nichts zurücklassen. Zumindest fühlt es sich so an.
Einem Menschen in Not muss man helfen. Das sagt (meine) die gute Kinderstube. Das macht die Menschlichkeit aus. Wer sich am Leid anderer ergötzt, auf jemanden, der schon am Boden liegt, tritt, der hat den Titel Mensch nicht verdient.
Letztendlich bin ich dankbar, so viele wunderbare Menschen zu kennen. Sie sind in der Mehrzahl. Definitiv!
Minensie
2015/07/28
Nachtgedanken #1
Nachdem ich mich in den vergangenen zwei Nächten durch die (körperliche) Erschöpfung gezittert habe und heute einen wirklich wunderbaren Tag zum Seele baumeln lassen hatte, komme ich (mal wieder) zu der Erkenntnis, dass hier gerade einiges schief läuft. Mich jedes mal bis zum Rande des völligen Kollapses zu bringen, gehört definitiv zu den schlechten Eigenschaften und Angewohnheiten, die ich so habe.
Geschlagene 2 Stunden habe ich jetzt versucht, wenigstens das äußerliche Chaos zu minimieren. Wäscheberge, Papierschnipsel, Unterlagen, Küchengedöns. Tatsächlich nur ein zusammenstellen, nicht einmal ein richtiges aufräumen. Geschweige denn putzen. Zwei Stunden lang! Deutlicher kann ich mir selbst nicht vor Augen führen, dass sich da was ändern muss. Hier ist eine Aufräum-und-Ausmist-Aktion mehr als überfällig. Allerdings nicht nur in den 78 qm Wohnfläche. Sondern auch in meinem Kopf. In dem ist das grobe Aufräumen allerdings nicht ganz so einfach um nicht zu sagen - halbe Sachen funktionieren da nicht. Zeitintensives ausklabüstern muss ich hier anwenden. Das wird wieder zu einigen Knoten führen, dass darf ich hiermit schon mal ankündigen. Wo ist die Schublade für meine Gedanken? Ach stimmt ja... die hab ich verlegt.
Für die Suche jener hab ich mir heute einiges an Energie "angelesen". Manchmal ist so ein geschriebenes Wort das einzige AHA-Erlebniss, dass tatsächlich zählt.
Ich arbeite daran, diesen tollen Tag heute noch lange nachzufühlen.
Denn grundsätzlich muss ich mir immer wieder sehr deutlich sagen: "Das Leben ist schön!..."
nichts ist schöner.
Und hiermit schließe ich diesen Beitrag. Unaufgeräumt, stichpunkthaft, verschmiert.
Alles wird anders!
Minensie
Geschlagene 2 Stunden habe ich jetzt versucht, wenigstens das äußerliche Chaos zu minimieren. Wäscheberge, Papierschnipsel, Unterlagen, Küchengedöns. Tatsächlich nur ein zusammenstellen, nicht einmal ein richtiges aufräumen. Geschweige denn putzen. Zwei Stunden lang! Deutlicher kann ich mir selbst nicht vor Augen führen, dass sich da was ändern muss. Hier ist eine Aufräum-und-Ausmist-Aktion mehr als überfällig. Allerdings nicht nur in den 78 qm Wohnfläche. Sondern auch in meinem Kopf. In dem ist das grobe Aufräumen allerdings nicht ganz so einfach um nicht zu sagen - halbe Sachen funktionieren da nicht. Zeitintensives ausklabüstern muss ich hier anwenden. Das wird wieder zu einigen Knoten führen, dass darf ich hiermit schon mal ankündigen. Wo ist die Schublade für meine Gedanken? Ach stimmt ja... die hab ich verlegt.
Für die Suche jener hab ich mir heute einiges an Energie "angelesen". Manchmal ist so ein geschriebenes Wort das einzige AHA-Erlebniss, dass tatsächlich zählt.
Ich arbeite daran, diesen tollen Tag heute noch lange nachzufühlen.
Denn grundsätzlich muss ich mir immer wieder sehr deutlich sagen: "Das Leben ist schön!..."
nichts ist schöner.
Und hiermit schließe ich diesen Beitrag. Unaufgeräumt, stichpunkthaft, verschmiert.
Alles wird anders!
Minensie
Abonnieren
Posts (Atom)









