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2017/09/01

Neulich auf dem Weg zum Schwimmbad...

Vor ein paar Tagen habe ich etwas wirklich abgefahrenes getan. Etwas, dass ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr getan habe. Etwas, dass mich normalerweise unruhig und nervös macht. Etwas, dass mittlerweile echten Seltenheitswert hat.Wuhuu!

Ich packte also eine große Tasche, zwei völlig überdrehte Wusel und fuhr ins Schwimmbad. Aber nicht einfach nur ins Schwimmbad. Nein.
In ein mir völlig  u n b e k a n n t e s  Schwimmbad. OHNE NAVIGATION!

[Hier wäre Platz für ein absolut ernsthaftes WOW! mit Atemstillstand für drei Millisekunden oder sowas. Oder für einen Pinguin. Gerne auch applaudierend]

Ich wusste in welchem Ort das Schwimmbad der Träume sein sollte und ich wusste wie es hieß. Die Zielstadt war überschaubar klein, keine Straßenbahn und keine 3 Spuren pro Fahrseite. Machbar. Definitiv. Und diesmal mit an Board: Stille!
Keine nervtötende Lady, die mir an der grünen Ampel sagte: "In 100 Metern rechts halten!" Keine visuelle Ablenkung von Straßenkarten. Sondern der absolut echte Verkehr. Vor mir. Hinter mir. Und ich mitten drin.

Beim Anschnallen (neues Feature - alle im Haushalt lebenden Wuselheimer können sich jetzt tatsächlich komplett selbstständig anschnallen. Davor siegte oftmals die Faulheit) bemerkte noch keiner auf der Rückbank, dass da eine Lady fehlte, die sonst für Unruhe im Auto sorgt. Wenn Frau Navi nämlich an ist, gibt es binnen kurzer Zeit Streit. Zu laut, zu leise, man kann sich ja gar nicht konzentrieren bei dem Lärm. Man versteht ja gar nicht wohin man fahren soll etc. pp.

Diesmal: Nichts. Lustiges Wuselgeplapper auf der Rückbank, fließender Verkehr vor mir. Alles paletti.

Als wir die Autobahn verließen, fiel es den Wuseln auf. Keine Lady, die das angekündigt hatte.


"Mama? Weißt du wohin wir fahren müssen?" kam es zaghaft von hinten. 
"So ungefähr." antwortete ich wahrheitsgemäß. 
"Ok." Schweigen.

Nach der zweiten Ampel dann wieder: "Mama? Haben wir uns verfahren?"
"Nein, wir sind richtig." lautete die Antwort meinerseits.
"Ok..." Wieder schweigen.

Nach der vierten Kreuzung kam es etwas ungehalten von der Rückbank: "Mama! Woher weißt du wo wir hinfahren müssen? Die Frau sagt ja gar nichts!" 

"Auf den Straßenschildern steht alles. Ich folge den Schildern." antwortete ich. Mit breitestem Grinsen überhaupt im Gesicht. Ich weiß das, ich habe das im Rückspiegel gesehen. Also mich.

Und siehe da. Wir parkten quasi direkt vor dem Eingang, ohne Wendemanöver und ohne schlechte Laune. Nach dem ich mir nun in den vergangenen Wochen den Titel "Queen of the Zwei-Mann-Wurf-Zelt" verdient hatte*, gesellte sich nun die Trophäe des "Ziel erreicht" ein. Ohne Navi. Ich kann es bis heute kaum glauben. Ich weiß gar nicht genau, warum ich das nicht schon zuvor gemacht habe. Denn obwohl mich die Lady wirklich, wirklich, wirklich nervt, wenn sie mir Empfehlungen für den richtigen Weg mitgibt, habe ich es in den vergangenen 3 Jahren völlig automatisch so gehandhabt, mein Glück vom Navi-Ziel abhängig zu machen. Dabei gibt es wirklich großartiges neben dem Navi zu entdecken!

Was ich aber eigentlich damit sagen will: Das Leben und die Straße ist zu kurz für Navis! Einfach mal machen. Es kommt schon was bei rum. Schwimmspaß zum Beispiel!




Minensie
_____________________________

*zu diesem Schwenk aus meinem Handgelenk komme ich eventuell an andere Stelle noch einmal. Fakt ist. Es ist meine neue Superkraft. Wurfzeltzusammenbauerin. Klingt genauso bescheuert wie die Tatsache, sich darüber zu freuen. Aber ich tu's trotzdem. Ich bin ja nicht so.

2017/07/04

Platzgejammer

Es gibt ja so Tage. Ich fange nun zum vierten Mal mit diesem Text an. Zu Beginn wollte ich eine Jammer-Parole loslassen. Auf diese Wohnung, auf diese Enge, auf dieses Nicht-Genug-Haben.  Ja doch. Ich hatte wirklich Lust mir allen vermeintlichen Frust von der Seele zu schreiben.

Habe ich auch, zumindest angefangen. Um dann festzustellen - herrje, Mine! Was stellst du dich wieder an. Denk doch mal an deine Ukrainer. An das kleine Zimmer, dass sie zu Viert bezogen hatten. Oder an deine Familie in Kuba. Für uns rutschen sie zu Viert auf 90 cm Matratzenbreite zusammen. Wenn wir nicht da sind, verteilen sie sich auf 3 Betten in 2 Zimmern. Ohne Türen. Was willst du eigentlich? Oder denk doch mal an deine Arbeit. Ein ganzes Leben Erinnerungen geschaffen und dann bleibt nur ein kleines Zimmer, mit einem Schrank, im Doppelzimmer sogar nur eine Schrankhälfte, einem Bett mit Nachttisch, einem Tisch und einem Sideboard. Wenn man Glück hat darf der eigene Sessel noch mit aber dann wird es wirklich schon eng.
Also, jetzt reiß dich mal zusammen und hör auf über 78 qm zu jammern, die dir nicht aussreichen. Echt mal. Pure Luxusprobleme.

Aber leider sind diese Luxusprobleme Grundlage für gute und für schlechte Laune. Ein dunkles Kinderzimmer, ohne richtiges Tageslicht, zu klein um große Legobauten aufgebaut zu lassen. Ein Wohnzimmer, dass aus allen Nähten platzt weil es einfach das Zimmer für alles ist. Für jeden Papierkram, für jedes Bastelutensil, für Wäsche, für Bücher, für Leben.
Dann die Küche, die so stiefmütterlich von mir behandelt wird. Weil sie die Schwelle zum Schlafzimmer bedeutet. In dem der Herr von und zu tagsüber schläft, damit er dem Nachtschichtwahnsinn mit halbwegs wachem Geist entgegen kommen kann. Kein Topf geklapper. Kein Mixer. Kein Herdgepiepse. All' das versuche ich tatsächlich am Tag bestmöglich zu vermeiden. Inklusive Kindergetobe. Weder im Hof noch in der Wohnung ist das unter Tags nicht ohne weiteres möglich. Nervig aber eben nicht änderbar.

Ich finde es wirklich überheblich, auf so hohem Niveau zu jammern. Ehrlich. Allerdings macht es mich nicht zufriedner, wenn ich mir einrede, wie überheblich dieses Luxusgejammer ist. Ich mag den Fußboden der Wohnung nicht, ich mag die Raumaufteilung nur bedingt. Ich mag die Raumnutzung des Wohnzimmers nicht sonderlich und ich mag das Chaos nicht, dass hier sehr schnell die Oberhand bekommt. Ich fühle mich so oft wie im Hamsterrad. Kein Vorrankommen. Kein klares Ziel vor Augen. Ganz viele Vielleichts und Wenns und noch mehr Abers. Das ist so anstrengend. Zu wissen, man könnte es auch anders haben, es aber einfach nicht anders hinkriegt. Weil man es nicht besser kann, oder nicht besser strukturieren kann. Weil das Leben dazwischen kommt.

Dabei ist es nicht so, dass ich diese Wohnung hier von grundauf nicht mag. Nein. So ist es ganz und gar nicht. Eigentlich mag ich sie sogar sehr gern. Zentrumsnah, mit viel Grün drum herum. Kindergarten und Schule in unmittelbarer Nähe, ein Haus mit Geschichte. Aber eben überdeckt mit ganz viel Unschönem. Ausgerichtet auf eine Übergangslösung. Ja genau. Das ist es. Alles hier dient dem Übergang. So viel Herzblut wie wir in die Renovierung hineingesteckt haben, so wenig Seele von uns ist hier drin. Weil wir von Anfang an sagten, wir bleiben hier nicht für immer. Da richtet man sich nicht entgültig ein. Für den Übergang. Ich möchte endlich ankommen. Und zwar so richtig. Mit Garten und Liegestuhl. Gerne auch mit Hühnern und Hausschwein. Und Katze/n. Mindestens. Ich weiß genau, was ich gerne hätte.
Das wären zum einen ein Klavier. Zum anderen Platz für die Wäsche. Und dem ganzen anderen Krimskrams, der zum Leben gehört, aber nicht in den Wandschrank passt. Ich wünsche mir Platz im Kopf, nicht immer aufpassen zu müssen, dass man zu laut ist. Oder beim Fußballspielen die Blumen nicht abzuschießen. Ich wünsche mir mehr Lebensqualität.

Und letztlich weiß ich, dass die ganz allein an mir liegt. Meines Glückes Schmied und so ein Gedöns. Allerdings könnte ich ein bisschen Hilfe gebrauchen.

Deswegen: Liebes Universum, komm doch mal rum auf 'nen Kaffee und Kuchen. Wir müssen da echt mal reden. Das geht so nicht. Ich wäre jetzt wirklich bereit für's Traumhaus in Traumlage mit Traumaufteilung. Ehrlich. Da brauchst du gar nicht länger warten. Das Teewasser wird sonst noch kalt. Das wollen wir doch nicht.

Hach. Doch ein Jammerbeitrag geworden. Aber der musste wohl sein. Also raus damit!

Minensie


2016/12/31

Ade 2016

Da sind wir nun. In ein paar Stunden beginnt ein neues Jahr und ich möchte mich auch hier noch einmal von den vergangenen 366 Tagen verabschieden.

***

Liebes 2016!

Du endest, wie du begonnen hast. Mit bleischwerem Herzen. Allerdings war das auch nicht anders zu erwarten. Du warst kein Spitzenjahr. Selbst den Durschschnitt hast du nicht ganz erreicht. Du hast dich eher in der unteren Hälfte bewegt. Und dennoch. Ich danke dir für viele, wirklich schöne Momente. 

2016 war einiges los.
Ich habe die Weiterbildung zur Praxisausbilderin abgeschlossen, wir waren Schlitten fahren, Schneemann bauen, schwimmen, kraxeln und sowas wie wandern. Wir haben drei ziemlich volle Wochen im wunderschönen Schwarzwald erleben dürfen. Haben Kraft getankt und uns gewappnet. Wir durften bei einer Märchenhochzeit dabei sein, haben den großen Wusel eingeschult, sind neue Wege gegangen und beim Altem geblieben. Ich habe in diesem Jahr viel geweint, bin an meine Grenzen gekommen und habe sie überschritten. Ich bin gewachsen, allerdings nicht zwingend weiser geworden. Ich durfte viele wundervolle Menschen begleiten. Herzensmenschen, Lieblingsmenschen. Wir haben viele Erinnerungen geschaffen und ich trage sie tief in mir für den Rest meines Lebens. 

2016, es ist gut, dass du nun zu Ende bist. Es wird Zeit für ein neues Jahr. In dem nichts besser werden muss, aber gerne darf. In dem ich mehr Lachen werde und in dem ich wieder etwas näher zu mir komme. Denn. Das muss ich schon sagen. 2016 du hast mich ziemlich geschüttelt. Nicht gerührt.*

Ich freue mich auf eine weitere wundervolle Hochzeit im Jahr 2017, freue mich auf Herzens- und Lieblingsmenschen. Freue mich auf weitere Meilensteine. Auf Glücksmomente und aufs Pfützenspringen nach regnerischen Tagen.
Ich weiß, dass das kommende Jahr nicht zwingend leichter wird. Ganz gewiss wird es mich ebenso an bisherige Grenzen bringen. Aber. Diesmal bin ich vorbereitet. Denn, wenn du eines geschafft hast, 2016, dann das, dass ich wieder genauer hinschaue. Und genau dafür möchte ich dir danken.

2016 du warst nicht das beste Jahr, aber du warst wohl genau richtig, so wie du warst. Ich danke dir für deine Beständigkeit. Und dafür, dass ich ein Teil davon sein durfte. 

2016 mach's gut. Ich lese dich hin und wieder im neuen Jahr. Versprochen.

Ade

Minensie

*ganz nach der wunderbar bunten und lauten Tessa von ichsagnoe

2016/09/16

Alltagsgruß

Hallo Alltag!

Du hast mich gerade ziemlich fest im Griff. Noch bevor ich den Wecker höre, bohrst du dich in meine Gedanken. Was es alles zu erledigen gibt, das ich dann doch nicht schaffe. Was es zu beachten gibt, das ich dann doch übersehe. Du bringst mich um meinen Morgenkaffee, lässt Stunden wie Minuten vorbeiziehen und scheinst von einer Pause gar nichts zu halten. Ich renne vom Einkaufen, zu dem bisschen Haushalt, von einem Amt zum nächsten Termin. Ich telefoniere hinter Menschen hinterher, bereite vor, koche, backe und packe letztlich gefühlt nichts. Keine Zeit für Mittagskaffee. Keine Zeit für Atempausen.

So war das nicht geplant! Die Zwangspause kam nicht von ungefähr und eigentlich sollte ich genug Handwerkszeug im Gepäck haben, um mich nicht so von dir takten zu lassen. Lieber Alltag. Aber da bist du nun. So, wie ich dich nicht haben will. Dafür so, wie ich dich handhaben muss. Du bist da und ich bin, neben all der Ruhelosigkeit, die du mir bescherst, dankbar. Für jede einzelne Hetzminute von dir. Du musst viel aufholen, dass ist mir bewusst. Wer einfach so für drei Wochen von dir eine Auszeit nimmt, der vor dir flieht, der braucht sich nicht wundern, dass du nun umso mehr klammerst. Aus Angst, man könnte wieder, so mir nichts dir nichts, einfach gehen.

Ich kann dich beruhigen. Lieber Alltag. Ich bleibe jetzt. Ich erzähle dir gern, was mir den Atem nimmt. Ich lese dir vor, aus den Büchern, die meine Seele streicheln. Ich umarme dich. Innig. Und tanze mit dir. Denn ich brauche dich sehr. Und ich liebe dich. Du bist alles was ich habe und das ist verdammt viel. Lieber Alltag. Du darfst dich ruhig zu mir setzen. Bei Kaffee und Apfelkuchen. Ich renne dir nicht davon. Ich höre dir zu und halte dich. Immerzu. Versprochen.

Lieber Alltag.

Liebe meines Lebens.

Immer da.

Deine
Minensie

2016/06/16

Liebe Grüße aus...

... Hinterhofien!



Wir haben seit 1,5 Wochen Urlaub. Halbzeit quasi. Wir sind in diesem Jahr kein bisschen vorbereitet. Keine großen Planungen, keine weite Reise. Eigentlich schade, denn es ist im Grunde der letzte Urlaub ohne das man auf Ferien achten müsste. Zudem ist es der Jahresurlaub.
Reiseziele hätten wir ja eigentlich auch genug. Cuba wäre so eines. Meine zuckersüße Babynichte endlich sehen. Das wäre ein grandioser Grund. Dennoch klappte es dieses Jahr einfach nicht. Hamburg wäre ebenfalls ein schönes Ziel. Oder Ostsee. Oder Allgäu. Hach. Aber nun denn. Hinterhofien ist auch ganz ok. Wir haben hier Regenwetterspaß. Und leider dennoch zu viel Alltag. Man kennt das ja. Ist man zu Hause fallen einem tausend Dinge ein!

Wir haben bisher eigentlich nur unliebsames erledigt. Die Vorhänge der Wandschränke zu waschen z. B. (ja das macht mir nicht so viel Spaß bei 3,20 m Deckenhöhe und 1,53 m Mine-Höhe. Hmpf), der Mann hat eine Küchenzeile vom Gefühl her fast komplett zerstört. Erfolgreich. Denn jetzt ist da ein größeres Kochfeld, als wäre es nie anders gewesen. Dennoch. Mein Herz jammerte und jaulte als die Stichsäge die Arbeitsplatte durchschnitt und der Bohrer einen Teil der Apothekerauszugskorpusse zerdepperte. Jedenfalls eine Erfahrung, die hier niemand wiederholt machen möchte. Weder die Küche, noch der Mann, geschweige denn ich.

Außerdem wurden die Schubladenfronten für den Badezimmerschrank weiter bearbeitet. Die Tischplatten wurden abgeschliffen (ein guter Haushaltstipp, wenn die Tischdecke nicht mehr ausreicht) und eine Umstrukturierung der fehlgeplanten Küche wurde durchdacht. Ideen haben wir.

Mit Holz haben wir aktuell irgendwie grundsätzlich viel am Hut. Der Dachgarten der Schwiegereltern benötigt dringend neue Latten (Urlaub ade!), der große Wusel übt mit dem Herrn von und zu Zwergenpapa das Schnitzen, die beste Schwiegeroma der Welt hilft dabei tatkräftig, der Miniwusel dreht Teller auf Holzsstöcken, wobei ihm da der nette Nachbar gerne nachhilft.



Und ich bin meist stiller Beobachter. Der Wäsche wäscht, Betten bezieht, Böden wischt, Bad putzt und eben ganz gewöhnlichen Alltagskram erledigt. Wie man sieht - nichts spektakuläres, von dem ich hier berichten könnte.

Ach da gibt es doch etwas. Der Herr von und zu und ich waren in der ersten Urlaubswoche selbstverständlich krank. Erst ich, dann der Herr von und zu. Da kann man also doch vom Glück reden, dass wir Daheimgebliebene sind. Ein Urlaub mit Rotznase im Warmen wäre irgendwie nicht das, was man sich unter Urlaub vorstellt. Zumindest wir nicht.

Was wir uns jedoch nicht nehmen ließen, war ein Kurzbesuch in Weiden. Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen und machen Urlaub, wo andere wohnen.  Der Tierhof bei unseren lieben Freunden ist immer wieder eine kleine Oase für uns Stadtgehetzten. Drumherum nichts außer Wald, Hühner die gackern, Pferde die wiehern, Kühe die muhen, Traktoren die trekkern und Katzen die miauen.


 Teo, der Hund unserer Freunde, fehlte diesmal sehr. Er ist leider vor kurzem verstorben und es ist wirklich unglaublich, wie präsent er dennoch immernoch ist. Obwohl wir ihn nur alle paar Monate gesehen haben. Du Katzenhund! Wir vermissen dich!


Heute starten wir dann mit dem zweiten Urlaubs-Anlauf. Es geht für ein paar Tage nach Leipzig. Geliebtes Leipzig! Wir freuen uns allesamt und packen von Kurz bis dicke Jacke alles ein! Beim letzten Leipzig-Besuch mussten wir für die Jungs noch fix lange Hosen nachkaufen, da es in Bamberg tropisch warm war, in Leipzig aber sehr viel kälter. Seitdem packe ich grundsätzlich immer etwas Langes ein. Auch wenn ich da oft Häme ernte. Mir egal. Wir haben genug Hosen, ich brauch keine weiteren Souvenir-Hosen aus anderen Städten :D
Wir werden das erste mal in einer Pension übernachten. Sonst hatten wir uns gerne im Hostel einquartiert. Somit ist das diesmal quasi Luxus-Ausstattung.

Bis es heute Mittag losgeht muss hier allerdings noch ein bisschen was passieren. Milchreis kochen zum Beispiel. Das ist das Wunschessen der Jungs, bevor wir losfahren. Gerne doch. Außerdem müssen da noch 2 Wäschehaufen gewaschen werden, Koffer gepackt, Auto beladen, Fressboxen gefüllt und kleinere Einkäufe erledigt werden. Wie gesagt - wir sind da nicht sehr gut vorbereitet und eher von der "Auf die letzte Minute" - Truppe.

Und Zwischendurch: Immer wieder Regen. Was nicht vom kleinen Alltagsglück abhält. Urlaub ist dann doch gefühlt das, wenn man unterm Tag Zeit hat, sich mit Freunden zu treffen und länger als eine Stunde spazieren gehen zu können. Gestern war so ein Tag. Da findet man dann zum Beispiel Enten, die das Wetter genauso ätzend finden wie wir.


Und Blumen am Straßenrand, ganz wild und wunderschön gewachsen.


Der Regen ist am Ende doch ganz gut. Er reinigt diese derbe dicke Luft, die sich durch das bisherige Jahr 2016 zieht. Bei so dicken Wolken dauert es einfach etwas länger, bis die Sonne wieder die Oberhand hat. Das ist ok. Das muss so sein.



Wir sind dann mal am wuseln. Leipzig, wir freuen uns soooo sehr auf dich!

Minensie



2016/06/02

Durchgedacht

Aktuell ist es recht still. Das liegt jedoch nicht daran, dass ich keine Lust hätte zu schreiben. Oder kein Thema. Ganz im Gegenteil. Ich habe ziemlich viel in meinem Kopf, das mich gerade bewegt. Aber auch unbeweglich macht.

In den vergangenen 13 Jahren habe ich mir nie so viel Gedanken über das Bloggen, Tagebuchschreiben, Schreiben und auch das Lesen gemacht. Alles in allem muss ich gestehen, dass die denkst Ende April auch heute noch nachhallt. Man überdenkt sein Konzept gefühlte 100 mal und ist am Ende doch wie festgewachsen am gleichen Ort. Ich weiß, dass ich in den Grundzügen nichts ändern will. Aber in den Ausläufern. Ich bin erschlagen von dem Druck, den ich bei immer mehr Bloggern mitbekomme. Der öffentliche Hilferuf, den Mari von Baby, Kind und Meer, schaltete war da wie die Spitze des Eisberges. Das Thema wurde bereits hundertfach durchgekaut. Bei Dani von Glucke und so, bei der lieben Wiebke von Verflixter Alltag, bei der wahnsinnig tollen Claudi von Was für mich, bei... eigentlich bei jedem erdenklichen Blog. Die Präsenz von Blogs ist mir auch nie so bewusst geworden wie in diesem Jahr. Bei der denkst habe ich sehr ehrfürchtig zu meinem Sitznachbarn gesagt, wie enorm sich das alles hier gewandelt hat. Das ich da gar nicht mehr mitkomme. Ich denke seit der denkst sehr viel. Passender könnte daher ein Name für eine Veranstaltung kaum sein! Sie war die bisher größte Bereicherung in diesem Jahr. Ich habe wirklich viel von diesem Tag mitgenommen (aber nur EIN Goodie Bag - das wir uns da nicht falsch verstehen - dasnuf erklärt warum das wichtig ist, es zu betonen.)

Von dieser ganzen Denke muss ich mich aber nun endlich verabschieden. Ich stehe mir quasi selbst im Weg. Ich will keinen Werbeblog - das sagte ich bereits mehrfach. Aber selbstverständlich möchte ich Dinge mit der Welt teilen. Sonst hätte ich mir den Schritt zum Öffentlichen auch sparen können. Ich freue mich über die Möglichkeiten, die mein Mini-Baby mir bisher bietet. Ich kann Hilfe leisten, zu der ich ohne Blog nicht in der Lage gewesen wäre. Ich erreiche mehr Menschen, mit Dingen die mir wichtig sind.
Das Kinderhaus St. Albert ist da ein Paradebeispiel. Ich hätte auch ohne Blog versucht irgendwie zu helfen. Das sei nebenbei erwähnt. Einfach, weil es nah ist, und ich gerne Vorort Hilfe leiste und weiß das sie ankommt. Dank des Blogs sind die Möglichkeiten dafür aber um ein erhebliches gestiegen und das freut mich. Aufrichtig.

Der Blick hinter die Kulissen, wie das Universum Blog funktioniert, schafft jedoch vor allem eines - mich einzuschüchtern. Ich brauche immer etwas Anpassungszeit. Ok. Etwas mehr. Ich bin eine Spätzünderin. Dafür verlässlich und wenn es dann einmal läuft, lass ich es laufen.
Ich muss mir gerade sehr deutlich machen, was ich will. Deswegen muss ich es jetzt auch einmal schriftlich festhalten, damit ich es immer wieder nachlesen kann.



***

Ich möchte

Erinnerungen schaffen
Ein kleines Nachschlagewerk. Ich muss heute so oft Lachen, wenn ich alte Beiträge lese. Und fühle mich sofort wieder wie 2008, 2009 etc. Das ist wie ein Anker. Zu wissen, was man bereits geschafft hat, zu wissen, wie es bereits schon einmal war. Denn das vergisst man tatsächlich immer wieder mal. Völlig unbegreiflich, wie man immer wieder in die gleiche Situation geraten kann. Dank dieser Rückblicke verstehe ich mich dann einfach etwas besser.

(Mich) motivieren
Mit jeder Bastelei, die die Jungs mit mir probieren, mit jedem Rezept, dass ich hauptsächlich für Kinderaugen koche/backe und jedem Moment, den wir als Familie, als Paar oder ich als ICH verbringe, wachse ich und schaffe es leichter, an nicht ganz so rosigen Tagen Kraft zu schöpfen. Wie wichtig das ist, merke ich in den letzten Wochen sehr. 2016 ist ein nicht gerade tolles Jahr. Gerade deswegen muss ich mich so sehr an den guten Momenten festklammern. Um weiter machen zu können. Im Alltag.

Neues entdecken
Es ist so unglaublich was es alles gibt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mir nicht denke: WOW! Das sollte man gesehen/gehört/gemacht haben. Und es vergeht ebenso kaum ein Tag, an dem ich nicht neues entdecke. Auch das möchte ich teilen. Gerne auch in Kooperationen, wenn ich davon überzeugt bin. Das war tatsächlich so ein kleiner Knackpunkt. Kooperationen = Teufelszeug. Ist es nicht. Solange ich bei mir bleibe.
Zusätzlich bin ich wie beflügelt über die für mich neuen Social Media Kanäle. Im Mai gab es eine #MeetTheBloggerDE Challenge von Anne Häusler bei Instagram die mich sehr faszinierte, inspirierte und die mich wirklich glücklich machte. Alles Dinge, die ich ohne Blog nie wahrgenommen hätte, die mir aber tatsächlich fehlen würden. Diese Randgedanken. Der Monat Mai war, wie es eine gute Freundin so oft sagt, sehr verkopft. Instagram war da ein wunderbares Ventil.

Alles kein Hokuspokus und alles in ähnlicher Form bereits irgendwo niedergeschrieben. Dennoch. Das war mir jetzt wichtig, um diesen Gedankenknoten los zu werden. Zudem ist der Anspruch schlichtweg ein anderer, wenn man sich bewusst für potentiell mehr Leser entscheidet. Den Spruch "Schreibe, als würde es keiner lesen außer du selbst!" muss ich mir dabei dennoch immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Es wird hier in Zukunft auch anderes zu Lesen geben. Zum Beispiel Rezepte. Ich habe das versucht strikt zu trennen (mit Pustezauberkuchen) aber das macht einfach keinen Sinn. Mit Pustezauberkuchen habe ich anderes vor. Das muss jetzt noch etwas weiter schlummern. Aber das Kochen und Backen gehört so sehr zu mir, dass ich das hier einfach nicht ausgrenzen kann. Das hemmt mich in den letzten Monaten so ungemein, dass ich mir da nicht mehr selbst im Weg stehen will.

Außerdem werde ich meinen Jahresvorsatz hier immer wieder mal etwas dokumentieren. Ich habe in diesem Jahr das Ziel, weniger Müll in unserem Haushalt zu produzieren. Auch so ein Trend, ich weiß. Dieses Ziel verfolge ich allerdings schon längere Zeit, genauer gesagt seit etwa 4 Jahren, und es fällt leichter, Fortschritte zu erkennen, wenn man immer wieder mal etwas zurück blättern kann. Wir sind Kleinstadtlebenjunkies, haben mit Selbstversorgung wenig am Hut und sind nur halb so Hippie, wie es sich manchmal anhört. Von "NoPlastic" bin ich weit entfernt und werde es nie 100% umsetzen (könne/wollen). Wir lieben Plastikspielzeug mindestens genauso wie Holzspielzeug, wenn man damit eines kann: gut Spielen.

Und das war es dann auch schon mit meinem Inneren Dialog. Es folgen jetzt 3 Wochen Familienurlaub. Wir sind nicht durchgehend 3 Wochen außer Haus, aber werden das eine oder andere sehen und erleben. Familienzeit kam hier in den letzten Monaten viel zu kurz, daher habe ich einerseits etwas Angst, ob wir (ok - ob ICH ) soviel Familienzeit tatsächlich aushalten (von 90% alles selbst organisieren auf 100% zu Zweit organisieren ist etwas, dass mir Angst macht. Das gebe ich zu) und freue mich zeitgleich, wieder mehr Zeit für Gespräche zu haben. In 30 Minuten zwischen den Schichten ist Kommunikation eher nicht. Hm. Naja. Weder qualitativ noch hat sie Quantität.

Danke, du geduldiges Blatt virtuelles Papier!

Minensie

2016/05/05

#wmdedgt 05/16

Eigentlich steht der Geburtstagseintrag ganz oben an, aber ich muss gestehen - das krieg ich gerade zeitlich einfach nicht unter. Doch glücklicherweise ist heute der 05. des Monats und somit heißt es wieder: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Und das krieg ich so ganz fix und mit weniger Aufwand hin.

Wenn ich unter den heutigen Tag ein Resümee setzen soll, dann nur so viel: Liebe Zeit, du kannst mich manchmal kreuzweise.

Seit einigen Tagen komm ich überhaupt nicht mehr hinterher. Und jetzt ist plötzlich schon der 5. Mai. Geburtstag der Schwiegermutter, Geburtstag meines Vaters in 10.000 km Entfernung und Vatertag für den Herrn von und zu Wuselpapa. Natürlich hatte ich den Geburtstagskuchen noch nicht fertig gemacht. Und natürlich hatte ich die Geschenke noch nicht vorbereitet. Selbstverständlich gab es auch nichts großartiges für den Herrn von und zu Wuselpapa. Wer kann denn auch schon ahnen, dass gleich heute der 05. Mai sei. Keine Eier im Haus, kein Öl - dafür Mango und ein bisschen Frischkäse. Daraus wird sich doch was machen lassen. Ehm ja. Ein bisschen wurde es dann glücklicherweise auch. Zwischen Abwaschbergen und Wuselzwergen kam der wohl fruchtigste Resteverwertungskuchen seit Immer heraus. Mangorosen a la Sally sei Dank, sah das auch noch ganz hübsch aus. Auch wenn die Mangorosen das einzige an diesem Kuchen sind, die etwas mit Sallys Version zu tun haben.


 Der eine schrie, weil er nicht alleine bauen wollte, der andere, weil ihm ein Stift fehlte. Der Herd schrie, weil die aufgekochte Marmelade wieder fest wurde und überhaupt schrie so ziemlich alles in mir. 




Erst da Begriff ich, warum ich am Vatertag frei hatte, am Muttertag allerdings nicht. Selbstverständlich muss ich am Vatertag daheim sein, damit der Herr von und zu Wuselpapa all das erledigen kann, was er sonst nicht schafft. Irgendwann muss das ja gemacht werden. Wenn man schon mal zusammen frei hat! Ole! Schön war's trotzdem. Weniger produktiv aber schön. Liebe Zeit... du weißt es ja!

Zwischen Geschenke verpacken, Kuchen verzieren, Kinder auseinanderhalten und Nerven behalten schlich sich die Blogger-Aktion #meetthebloggerde ein. Die macht so Spaß, die musste ich irgendwie unter bringen. Heutiges Thema: Logo. Na logo! Ich mag das der Tages-/Nachtgedanken und somit: Yay! Auch das irgendwie untergebracht. Ich mag den Königsritter im Logo sehr. Sonst wäre er ja nicht dabei :D

Nach Kuchen Essen, Sekt trinken und Miniwusel vorm Kälte tot durch Gartenschlauch retten, ging es direkt weiter mit Essen. Pizzabrötchen! Die schmecken nicht nur zum Kindergeburtstag! Derweil füllte der große Wusel seinen Wunschzettel und der Miniwusel wärmte sich nahezu Ganzkörper beim Herrn von und zu Wuselpapa. Jacken sind schon eine coole Sache.



 Natürlich schaffen wir es an so einem Tag nicht rechtzeitig ins Bett. Oder den Cuba-Opa anzurufen. Beides nahezu unmöglich. Und keiner weiß, woran es eigentlich liegt. Gut. Eine neue Telefonnummer im Haus meines Vaters erschwert das anrufen ungemein. Hauptsächlich deswegen, weil ich diese neue Nummer nicht kenne. Die Wuselzwerge hingegen finden früh zu Bett gehen, wenn alles noch auf Feiern abgestimmt ist, grundsätzlich öde. Versteh ich ja. Nervt mich trotzdem ein bisschen. Morgen heißt es wieder früh raus, da wird nicht gefragt.
So habe ich also diesen 05. Mai verbracht. Sekt trinkend, Kuchen essend, malend, lachend und immer wieder ermahnend. Die Wusel können aber auch, wenn sie denn wollen!
Ich hoffe, ich schaffe dann morgen den Rest vom Geburtstagseintrag. Ich werde auch ganz bestimmt nichts mehr ankündigen. Den Fehler begehe ich immer wieder. Ich hoffe Facebook verzeiht es mir.

Minensie

2016/05/02

Kommunikation ist alles - oder: als ich einmal einen neuen Laptop wollte...

Einer meiner ersten Tweets bei Twitter war folgender:

Und das kam so:

Anfang des Jahres verabschiedete sich mein Laptop. Er sagte mir bereits seit 1,5 Jahren, dass ihm mein Getippe zu viel wird, aber ich habe das getrost ignoriert. Darin bin ich gut. Einfach weiter machen. Das war auch alles ok, bis ich meine Abschlussarbeit tippte und mir der Laptop zeigte, was Adrenalin pur bedeutet. Ohne Vorwarnung in nicht kalkulierbaren Abständen einfach auszugehen, ohne Dateien oder Medien gespeichert zu haben... Jap. Das trieb mir Schweiß auf die Stirn.

Nachdem ich die Abschlussarbeit also doch irgendwie zu Papier in gedruckter Form gebracht hatte, teilte ich meinem Herrn von und zu völlig entnervt mit:

"Der Laptop wird zu heiß!"

Daraufhin warf mir der Mann einen dieser heldenhaften Blicke zu, der mir mitteilte:

"Okay Babe, lass mich das regeln!" 

Verliebtes Anschmachten meinerseits. Das kann ich. Auch nach 12 Jahren noch.

Der Mann verschwand also in den Tiefen der Angebotsvielfalt und kam nach einigen Stunden mit tiefen Augenrinnen aus der Hölle zurück. Mit siegessicheren Glanz in den Augen. Und mein Herz hüpfte.

"Ich hab' bei einen Trockner bestellt!" teilte er mir voller Stolz mit.

Yay! ...  Aber warte, wie war das? Ein Trockner? Wer hat den etwas von einem Trockner gesagt?

"Super! Und wie viel Zoll?" fragte ich, ein bisschen zaghaft aber immer noch euphorisch. Er hatte sich bestimmt nur versprochen.

"7 kg Trommel, keine Zoll. Ich habe einen Trockner bestellt." erklärte er mir. Immern och sehr stolz.

Ich glaube mir entglitt ein bisschen der eine oder andere Gesichtszug.

"Trockner?! Als ich sagte, der Laptop wird zu heiß, meinte ich eigentlich, dass ich einen neuen Laptop bräuchte. Keinen Trockner. Der wird ja noch heißer!" 

Ich schaute ihn an. Verwirrt, verständnislos. Perplex. Trockner! Wir haben eine Pupskammer als Bad, wo soll denn da ein Trockner hin?! Hatte ich mich falsch ausgedrückt? Wo lag der Fehler? Ein bisschen war mir zum Weinen.

Völlig unbeeindruckt fuhr der Herr von und zu fort:
"Ich hatte mich bei notebooksbillger umgeschaut und bin da bei einem sagenhaften Angebot hängen geblieben. Der Trockner ist dort so günstig wie sonst nirgends. Und wir brauchen einen Trockner." 

Ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Entschied mich letztlich für weitere entgleiste Gesichtszüge. Er war auf der Zielgeraden. Notebooks kam zumindest in der Internetadresse vor. Und BAM! Ein Trockner. Ich resignierte. Er meint es ja nur gut, redete ich mir ein, setzte mich an den Laptop und wollte im sozialen Netzwerk jaulen. Der Laptop genehmigte mir zwei Sätze, dann ging er aus. Mal wieder. Pienz!

Es dauerte noch einige Wochen bis ich einen neuen Laptop auf dem Tisch stehen hatte. Der Trockner wurde in der Zwischenzeit einmal getauscht. Der Herr von und zu verteufelt nun das Internet-Kaufen und ich habe auf ewig einen Running Gag. Denn am Ende bleibt nur Lachen.

Warum ich das ausgerechnet jetzt kommuniziere? Unsere Waschmaschine ist kaputt. Vielleicht erkennt der eine oder andere die Tragik hinter dieser Information. Ich habe Angst. Ein bisschen zumindest.

Minensie

2016/04/25

Altenpflege - mehr als das!

An manchen Tagen raubt mir meine Arbeit sämtliche Energie. Heute war so ein Tag. Nicht die Tätigkeiten an sich sind es, die mich Kraft kosten. Es sind fast immer die emotionalen Faktoren. Ich begleite Menschen. Seit über 10 Jahren. Mit Pause und aktuell nur in Teilzeit. Dennoch. Ich begleite Menschen. Keine Patienten. Keine Nummern. Menschen. Welche mit unglaublichen Geschichten. Welche mit unglaublich viel Herz und Sinn für Humor. Ich wecke sie früh morgens, wähle den Deo-Roller statt des Deo Sprays. Ich benutze den Kamm statt der Bürste, obwohl die Bürste sicherlich effektiver wäre. Ich wähle die "Nivea" Creme, statt Tagescreme für das Gesicht. Weil diejenigen, die ich so früh morgens wecke, es zum Teil seit über 70 Jahren so gewohnt sind. Das Hinterfrage ich nicht. An diesen Tätigkeiten optimiere ich mein Arbeitstempo nicht. Ich begleite Menschen. Ich darf Teil ihres Lebens sein. Der letzten Jahre, der letzten Wochen. Und letztlich oftmals der letzten Tage.

Ich bin dankbar, das mich diese Arbeit gefunden hat. Wirklich. Es ist nicht nur ein Beruf. Tatsächlich fühlt es sich so an, als wäre es meine Berufung. Es ist in jedem Fall nicht einfach nur eine Arbeit. Es ist leben. Auf den letzten Schritten. Es ist ein Geschenk, jemanden so nah sein zu dürfen. Es erfüllt mich und macht mich glücklich, wenn ich jemanden ein Lächeln entlocken kann. Gerade an Tagen, an denen alles gegen die Wand fährt. Wenn beim Duschen die Duschhaube verrutscht ist, der Lieblingsbezug noch in der Wäscherei ist oder der verflixte Verband nicht halten möchte. Ganz genau an solchen Tagen ist es das Größte, wenn man am Ende doch darüber lacht. Gemeinsam. Denn ich bin nicht nur die Schwester, die kommt und versorgt. Ich bin ein Teil ihres Lebens. Für ein paar Stunden. Ein paar Tage im Monat.

Genau deswegen gibt es auch Tage, an denen ich erschöpft bin. Emotional ausgelaugt. So wie heute. Wenn man binnen weniger Stunden zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin und her geistert. Wenn man nicht gehen will, weil man nicht alleine lassen möchte. Wenn man gemeinsam weint und an den Tatsachen für einen Moment zerbricht. Ja. Genau dann bin ich ziemlich leer.

Dieser Zustand ist nicht schlimm. Dieser Zustand ist das mindeste, was man einen Menschen schuldig ist, wenn man mit ihm lebt. Man darf wütend sein. Auf diese Tatsachen. Man darf weinen. Man darf verzweifelt sein. Man darf sich machtlos fühlen. Menschlichkeit darf niemals an der Professionalität scheitern. Nicht in meinem Berufsfeld. Niemals.

Heute war ein anstrengender Tag. Es werden noch viele weitere Folgen. Und nicht desto trotz sage ich aus tiefstem Herzen:

"Danke, dass ich Sie begleiten darf!"

 Müde.

Minensie

2016/04/21

Ganz ohne Filter.

Es ist 1:38 Uhr und ich sitze mit der einen Po-Hälfte auf der abgerutschten Bergspitze des Wäscheberges. Und ich könnte heulen. Nein. Nicht weinen. Heulen! Rotz und Wasser!


 Es ist 1:38 Uhr und der Haushalt ist nicht im geringsten gemacht. Und das, obwohl ich quasi Vorzeigekinder beim Thema einschlafen und durchschlafen habe. Meine Sofadecke hat ein Loch, die Regal passen nicht zusammen und ich habe immernoch keinen Schreibtisch, an dem ich mich wohl fühle.


 Ich kann das einfach  nicht. Haushalt tipptopp, Kinder tipptopp, innere Ausgeglichenheit ganz schwubidu und gesellschaftlich auch vorne mit dabei - das ist, so ziehe ich nach knapp 5,5 Jahren Mutterdasein Bilanz, einfach nicht mein Ding. Zeitmanagement ist nicht mein Freund. Chaos ein Dauergast. Was ich mir nur dachte, wie das mal alles zu wuppen sei. Wie blauäugig ich doch war und was für eine Ehrfurcht ich mittlerweile für das Schaffen meiner alleinerziehenden Mutter entwickelt habe. Wie sie das nur gewuppt hat. Mit drei Kindern. Und ich heule weiter.


 Social Media ist Fluch und Segen. Tagtäglich verliebe ich mich auf Instagram in wunderschöne "Interior"  und "Familienglück" Bilder in pastell und Gingham. Tagtäglich huscht da ein Lächeln über meine Lippen und ich freue mich, wie schön es andere haben. Und dann hebe ich meinen Blick, lasse ihn nur ganz knapp über all die Unordnung, das Vollgestopfte und unbesiegbare Chaos hier schweifen und seufze innerlich tief. Nein. Hier ist es definitiv nicht so schön und pastellig. Filter machen die Welt zwar schöner, aber mein Chaos verschwindet dadurch nicht. Und diese 78qm werden dadurch einfach nicht übersichtlicher oder geräumiger.


Ich versuche seit Jahren mich damit abzufinden, dass ich niemals so eine akribische Hausfrau sein werde. Ich mag es, wenn es fast bis zum Platzen vollgestopft ist, nur um es dann in einem Anflug von Wahn picobello aufzuräumen. Schon immer. Ich staple gerne hohe Türme aus Altpapier, Briefen, Zeitschriften, Unterlagen und freue mich um so mehr, wenn ich sie dann in einer durch-zechten Nacht bezwungen habe. Jedes mal sage ich mir ,Diesmal nicht! Diesmal räumst du es gleich auf und wartest nicht wieder bis zum nächsten Nervenzusammenbruch!' und tue es dann doch. Ich warte so lange, bis ich fast nicht mehr atmen kann vor lauter Druck. Damit kann ich grundsätzlich umgehen. Der Haken an der Sache: Ich habe mittlerweile zwei Kinder und gelte als Erwachsen. Durchzechte Nächte sind kräftezehrender denn je und ich büße sie über Wochen. Ich habe neben meinem sichtbaren Chaos zwei wundervolle Kinder, denen ich wesentlich mehr Zeit schenke, als ich es je für den Haushalt aufbringen wollen würde. Lieber basteln wir auf einen ungeordneten Tisch voller Kram oder schieben Zeug am Boden zur Seite um dort Vulkanberge oder Raumschiffe zu bauen. Das ist zu 80% auch wirklich in Ordnung, diese Unordnung. 

Und dann kommt der Rappel, die Wut auf sich selbst, das Unverständnis, wie es andere offenkundig besser hinbekommen und letztlich ist da dann auch Neid auf so ein Pastell-Leben. Was um so aberwitziger erscheint, weil mir vollkommen klar ist, dass ich andere Leben nur als Ausschnitt miterlebe. Immer und immer wieder nur Momentaufnahmen. Ich weiß das. Und trotzdem falle ich unter dieser Erkenntnis in mir zusammen. 

Ich bin Mutter zweier wundervoller Kinder. Ich bin nicht gut. Ich bin nicht schlecht. Diese Wertung und dieses kategorisieren mag ich nicht. Ich bin Mutter. Punkt. Ich sehe meine Kinder gerne Lachen. Ich sehe meine Kinder gerne wachsen. Die Welt entdecken. Ich sehe aber auch mehr. Gefährliches, Dinge, die sich nicht gehören und Dinge die mir nicht gefallen. Ich habe keine Patentlösung für jedes Problem. Ich kenne keine Strategie, um nicht zu schimpfen. Ich kenne Jesper Juul nur vom Namen, habe jedoch noch nie eine Zeile von ihm gelesen. Genauso wenig wie ich sonst irgendwelche Kinder-Ratgeber kenne. Die einzigen Ratgeber, die ich gelesen habe waren Baby-Ratgeber. Über das Schlafverhalten von Babys, über Schübe. Danach habe ich aufgehört mich als Mutter weiterzubilden. Seitdem mache ich das aus dem Bauch heraus. Und das ist nicht immer gut. Das ist ebenso ein Fakt. Aus dem Bauch heraus Laut zu werden fühlt sich vom Verstand her falsch an. Ist es auch. Der Bauch gewinnt dennoch. Immer wieder mal. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man zum Elterndasein eigentlich eine Grundausbildung in Psychologie und Verhaltensforschung hätte absolvieren sollen. Ich dachte sehr lange, Bauchgefühl reicht völlig aus. Aber mein Bauchgefühl macht mich im Erziehungsstil nicht rundum glücklich. Außerdem kommt es mir so vor, als hätte ich immer wieder mal eine Magenverstimmung. Sodass ich das eine oder andere Bauchgefühl überhaupt nicht zuordnen kann. Am Ende ist dann einfach alles falsch. Womit wir wieder beim Rappel wären. Wut auf mich selbst, das Unverständnis, wie es andere offenkundig besser hinbekommen und letztlich der Neid. Auf dieses Funktionieren bei anderen. Ich bin nicht gut darin, Dinge falsch zu machen. Dabei mache ich vieles Falsch. Sehr vieles sogar. Das macht mich nicht nur äußerlich klein. Das macht mir vor allem das Herz so schwer. 

Folglich bin ich auch nicht gut darin, mich um mich selbst zu kümmern. Ich gehe nicht aufs Klo, wenn ich dringend müsste, solange anderes erledigt werden muss. Ich trinke viel zu wenig, schon immer, weil es mir einfach nicht wichtig ist, meinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Ich esse sehr vieles Ungesundes. Genau aus dem gleichen Grund. Dabei ist es mir bei meiner Familie das höchste Gut für genau das zu sorgen. Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel. Es kümmert mich nicht, ob meine Haare gut sitzen, ob ich geschminkt bin, ob die Kleidung, die ich trage, anderen gefällt. Es stört mich nicht, wenn ich anderen nicht gefallen könnte. Aber es stört mich, dass ich mir selbst nicht so viel wert bin, um mir zu gefallen. Denn ich bin ein Genussmensch in jeder Hinsicht. Ich erfreue mich an allem, was schön ist. Ob Essen, ob Materielles, ob Gesten, ob Zwischenmenschliches. Nur kann ich mich selbst einfach nicht genießen. Ich bin mir dessen bewusst, dass das ziemlich kläglich ist. Ich gebe aber auch nicht die Hoffnung auf, mich irgendwann ich mich selbst zu verlieben. Oder wenigstens ein bisschen zu verguggen. Schließlich muss ich mit mir die meiste Zeit meines Lebens verbringen. Einengender Gedanke. Irgendwie.

Gesellschaftlich hab ich mich aktuell beim Spagat verrenkt. Arbeit und Familie sind große Herausforderungen für mich. Ich gebe ungern weniger als 100% und fühle mich durch die Arbeit, oder durch die Familie - je nachdem von welcher Seite man es betrachtet - dazu gezwungen unter 100% zu gehen. Ich kann es niemandem recht machen. Dem Arbeitgeber nicht, der gerne mehr Flexibilität hätte, der Familie nicht, die gerne mehr Familienzeit hätte. Ich schaffe es nicht, eine Routine zwischen Arbeit und Familie hineinzubringen. Und ich habe absolut keine Ahnung, wie das andere machen. Ich arbeite gerade mal popelige 65 Stunden im Monat und bin völlig überfordert, dass alles unter einen Hut zu bekommen. Womit wir wieder beim Rappel wären... 

Hallo Welt, du bist ganz schön verdreht. 

Und wenn ich mich dann Nachts aus geheult habe. Mir der Kopf pocht, die Augen brennen. Dann tapsen am nächsten Morgen zwei Paar kleine nackte Füße über das Linoleum und huschen über den Teppich zu mir aufs Sofa, geben mir ein Schmollmund und eine Zuckerschnute einen dicken, nassen Kuss, bevorzugt auf die Brille, und schauen mich vier neugierige Augen, noch etwas verschlafen, an und flüstern zwei kleine piepsige Stimmen: "Mama? Ich hab dich soooo lieb!"

Ausgeheult mit pochendem Kopf komme ich letztlich immer wieder zu dem Entschluss: Ich liebe nicht mich, aber ich liebe mein Leben. Wenn es drei von vier Personen in diesem Haushalt schaffen, über all dem hier zu stehen, dann ist das alles nur in meinem Kopf.



Minensie

2016/04/18

Schule in Sicht!

Nun ist es entschieden. Der große Wuselzwerg wird in diesem Jahr ein Schulkind. Das war ein ziemlich gefühlsreicher Weg bis zu dieser Entscheidung. Letztlich habe ich im Sinne des Wuselzwerges und nicht in meinem Sinne entschieden. Nein. Nicht nur ich. Der Herr von und zu Zwergenpapa hat diese Entscheidung mitgetragen. Dafür bin ich dankbar.

Ich war in den letzten Wochen so hin und her gerissen. Was gebe ich meinem 5 jährigen Wusel mit dieser Entscheidung, was nehme ich ihm? Ich habe Pro und Kontra Listen gemacht, habe ein bisschen gelesen, habe mich umgehört und habe letztlich dann doch aus dem Bauch heraus entschieden.

Eine Woche vor dem sogenannten Schulscreening, hatte ich den Entschluss gefasst: keine Einschulung. Es reicht locker im nächsten Jahr. Mit dem Hintergedanken, dass der große Wuselbub dann ein weiteres Jahr Zeit hat, sich in seiner Bastel- und Bauwelt auszutoben. Denn das ist es, was er hauptsächlich im Kindergarten macht. Er zieht sich zurück und bastelt. Früh meist für sich selbst, Vormittags mit ein paar Freunden, Nachmittags wieder meist für sich selbst. Er schneidet und klebt, baut und konstruiert, dass es eine wahre Freude ist. Daher der Entschluss - kein Schulkind. Da wir schon zum Screening angemeldet waren und der Wuselbub das wusste, haben wir den Termin wahrgenommen. Der Wuselbub verkündete mir am Morgen, er habe keine Lust auf das Screening und ich fühlte mich bestätigt, nahm keine Unterlagen zur Anmeldung in die Schule mit und sprach während des Screenings mit den Anwesenden Müttern. Warum und weshalb. Und dann wurde ich von einer Lehrkraft gebeten zu dem Raum des Screenings zu kommen. Und mein Herz flatterte nervös. Ich dachte im ersten Moment, es sei irgendetwas passiert. Aber dem war nicht so. Zwei der drei anwesenden Lehrer wollten nachfragen, aus welchem Grund ich beim Wuselbub zögere. Ich erklärte meine zwei Kontra-Punkte (Spielzeit und soooo jung) und sie schauten mich an. Sie wollen mich zu keiner Entscheidung drängen. Mir sollte nur klar sein, dass er fit sei. Sehr fit. Ehm ja. Das der Wuselbub in den Dingen gut ist, die er kann, das weiß ich. Das ist mir bewusst. Als mir eine der Lehrkräfte sagte, dass sie nur anmerken möchte, dass ein "ausbremsen" seines Wissensdranges, auch wenn es positiv mit spielen im Kindergarten behaftet ist, die Motivation durchaus senken kann, habe ich so ein kleines Stechen in der Körpermitte verspürt. Denn tatsächlich ist es genau der Punkt, der mich in den vergangenen Wochen so zum verzweifeln brachte. Ich habe den Eindruck, dass ich ihn tatsächlich mit einem weiteren Jahr Kindergarten ausbremse. Das muss grundsätzlich nicht negativ sein. Das ist in den meisten Fällen eher eine Bereicherung. Es fühlte sich jedoch negativ an, wenn ich es in Bezug mit meinem Wuselbub brachte.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich holte die Unterlagen zur Schulanmeldung und meldete den Wuselbub an, bekam einen weiteren Termin zum Testen der Schulreife und war ein bisschen aufgewühlt. Schulreifetests werden eigentlich nur bei Wackelkandidaten gemacht. Ich hatte deswegen nachgehakt. Die Lehrkräfte meinten, es gehe dabei ausnahmsweise nicht um die Schulreife im eigentlich Sinne. Da sind sich alle drei Lehrkräfte einig, dass der Wuselbub da alle Anforderungen entspräche. Es gehe darum, dass man Zeit hätte, sich das Kind einzeln genauer anzuschauen, besser einschätzen zu können und mir meine Zweifel zu nehmen. Das klingt jetzt, als würde es in eine Richtung gepresst, aber nein. Es fühlte sich wirklich nicht an, als wolle mich irgendjemand zu einer Entscheidung drängen. Es verwirrte mich, wie schon erwähnt, aber es drängte mir keiner seine Meinung auf.  Auch wenn ich das gerne gehabt hätte. Es kam mir tatsächlich so vor, als wäre es leichter, würde jemand anderes diese Entscheidung treffen.
Letztlich entschied der Wuselbub. Der hatte mächtig Spaß und fand das, selbstverständlich, aufregend. Beim Schulreifetest hatte er, wie auch beim Schulscreening, am frühen morgen lautstark verkündet, er habe keine Lust auf den Test. Zog sich allerdings schon die Jacke an, als ich durch den Hof gelaufen kam um ihn abzuholen. Er motzte, weil er das Schattentheater nicht mit anschauen konnte, dass gerade aufgebaut wurde, und zeitgleich hüpfte er mir voraus. Richtung Schule.

Der Schulreifetest dauerte länger als das Screening. Ich wurde für eine Stunde meiner selbst überlassen und flüchtete mich in Kaffee und Mohnschnecken-Kauf. Das Bild hatte ich schon (beiFacebook) gezeigt.






Nach dieser Stunde wurde nur kurz mitgeteilt, dass die Tests ausgewertet werden müssen und ich in der nächsten Woche noch einmal zur Besprechung kommen sollte. Da stand ich nun. Und wartete letztlich nicht mehr darauf, was genau bei dem bevorstehenden Termin zur Besprechung herauskommen würde. Der Wuselbub hatte mittlerweile entschieden, Schule ist sein Ding. Da will er hin. Punkt. Aus der Nummer kam ich so oder so nicht mehr heraus. Da hätte ich das gar nicht erst anfangen dürfen, es so zum Thema werden zu lassen. Habe ich aber. Blöd gelaufen.

Die Auswertung des Schulreifetests verlief erwartungsgemäß positiv. Wie gesagt, um zu hören, dass das, was der Wuselbub kann, gut kann, war ich nicht da. Ich zählte noch einmal meine Kontrapunkte auf. Soooo jung und wertvolle Spiele-Bastelzeit im Kindergarten. Die Lehrkräfte gaben ihr Statement ab und ließen mich allein mit meinem Kopf. Und der hatte keine Lust mehr auf dieses Katz' und Maus Spiel. Wenn der Wuselbub unbedingt möchte, dann darf und soll er in die Schule gehen. Mir ist bewusst, dass er durchaus in zwei Wochen keine Lust mehr haben kann. Aber nun denn. Irgendwann muss eine Entscheidung stehen und diese Unsicherheit meinerseits kann so einer kleinen Kinderseele nicht gut tun. Denn, es steht außer Frage, dass der große Wuselbub absolut Startklar für die Schule ist. Daran ist nichts zu rütteln. Auch nicht seine 5 Jahre bei Schulbeginn.

Jetzt heißt es, meine Bequemlichkeiten über Board zu werfen. Urlaub in der Ferienzeit - damit hab ich zum Beispiel in diesem Jahr gar nicht gerechnet. Oder Schulranzen kaufen - das wohl leidigste Thema aktuell. (Wenn jemand dahingehend Tipps hat... immer her damit. Wir liebäugeln mit einem Ergobag Cubo SchlauBär. Und ja, der Wuselbub hängt mir seit Tagen in den Ohren. Wann denn endlich der Schulranzen da wäre. Geduld ist eine Tugend)

Um Himmels Willen. Ich hab dieses Jahr ein Schulkind unterm Weihnachtsbaum!

Letztlich kann ich nur falsch Entscheiden. Habe ich mir so gedacht. Entweder der Wuselbub wird es mir nun auf Ewig übel nehmen, dass ich ihn jetzt schon in die Schule gehen lasse, und er ja noch sooooo jung... quasi der jüngste in der Klasse sei und somit auf Ewig der Kleine sein wird. Oder aber er wird es mir auf Ewig vorhalten, warum ich ihn noch im Kindergarten gelassen habe, wo er doch schon längst mit allem durch sein könnte!

Wir werden sehen. Mein Achterbahnfahrt ist in jedem Fall beendet. Der Bauch sagt ja zur Schule und erinnert mich daran, dass der Wuselbub täglich ab 12 Uhr daheim sein wird  und somit ausreichend Zeit wäre um das eine oder andere fertig zu basteln. Vielleicht hat er bis dahin gar keine Lust mehr zu bauen. Scherz! Ich glaube, diese eine Liebe wird nie zu ende gehen!

Neben Geburtstag des Miniwusels heißt es jetzt also... die Schule naht. Mit großen Schritten.

Bis dahin machen wir weiter. Es gibt immer was zu kleben, zu schneiden oder zu bauen. Yippieh jaja dubidubida. Oder so ähnlich.

Nur gut, dass der Miniwusel kein Kann-Kind ist. Da muss ich nichts entscheiden. Ich bin da einfach nicht gut darin.



Minensie







2016/04/11

Schlaflos - ein paar Nachtgedanken aus dem Alltag.

Ich habe keine genaue Erklärung, aber jedes mal, wenn ich eigentlich wirklich pünktlich ins Bett gehen sollte, liege ich wach. Der Wecker klingelt in weniger als 5 Stunden (es ist 0:58 Uhr) und mein Tag war alles andere als langweilig oder nicht fordernd. Dennoch. Ich liege da, wälze tausend Gedanken und komme einfach nicht zur Ruhe. Deswegen nun ein Schlaflos-Eintrag meinerseits.

Meine Gedanken kreisen zum einen um das bevorstehende Projekt "Garten". Bei meiner Mutter gibt es eine kleine Fläche, die ich ganz frei nach meinen Vorstellungen bepflanzen darf. Das durfte ich schon im vergangenen Jahr, allerdings habe ich es da irgendwie verpasst. Dieses Jahr möchte ich es aber endlich anpacken.


Und so haben wir, das heißt die Wuselzwerge und ich, in den vergangen zwei Tagen ein bisschen mit Gärtnerwerkzeug gespielt und Unkraut in die Schranken gewiesen. Das war nicht nur zuckersüß, die Wuselzwerge in ihren Superhelden-Konstümen Unkraut zupfen zu sehen, es war auch durch und durch entspannend. Nach einem arbeitsreichen Vormittag und Eis zum Feierabend war das tatsächlich genau die Art von Entspannung, die mir gefiel.


 Um so erstaunter war ich, als der große Wuselzwerg in einer unermüdlichen Eifrigkeit mit mir den Boden bearbeitet. Denn schließlich war er es, der am lautesten protestierte, dass er nicht dort hin wolle, dass er keinen Garten wolle, dass er lieber spielen wolle. Innen. Mit Kapla-Bausteinen (diesen Holzstäben, die es zu Ostern gab). Bei fast 20 Grad Außentemperatur! Mit einem Karton Kapla im Schlepptau ließ sich der große Wuselzwerg dann aber doch überreden. Nur um am Ende gar keine Zeit dafür zu haben. Ach.
Und weil es so schön war, waren wir gleich am nächsten Tag (also heute) wieder im "Garten" und haben ein weiteres Stück geschafft. Diesmal mit weniger Protest beim Aufbruch als am Tag zuvor. Dafür jedoch auch mit weniger Arbeitseifer als am Tag zuvor. Man kann nicht alles haben.

Die zweite Baustelle in meinem Kopf - der Geburtstag des Miniwusels. Die Einladungen müssten fertig gemacht werden. Die Rohlinge haben wir immerhin schon vorbereitet.


Inklusive Teppich-Massaker kurz vor dem Schlafengehen. Der Miniwusel schaffte es, eine große Menge schwarze Tempera-Farbe auszukippen. Auf den Teppich natürlich.


 DAS war tatsächlich eine Aktion. Da haben der Herr von und zu Wuselpapa und ich ziemlich geschwitzt. Allerdings war ich an dem Massaker zu Hauptanteilen selbst schuld, deswegen hieß es, ohne Murren und knurren beten und schrubben, dass der Fleck wieder aus dem Teppich geht. Ging er dank Nass-Sauger auch tatsächlich nahezu rückstandslos. Was für ein Glück!


Jetzt müssen an die Rohlinge jedoch noch allerhand Kleingedöns. Bestenfalls vom Miniwusel mitgebastelt. Es sind ja schließlich seine Einladungen. Und er freut sich schon sehr darauf. Sagt er zumindest. Glaube ich ihm nur bedingt, da seine "Arbeitsmotivation" eher gering scheint, aber nun gut. Neben den Einladungen muss ja auch noch ein bisschen was drum herum geplant werden. Ich bin auch noch gar keinen Meter weiter mit meinen Überlegungen. Ich sollte tatsächlich wieder mehr aufschreiben. Mein Kopf platzt aus allen Nähten vor lauter Gedanken und Gedankensprüngen und Gedankenfetzen.

Nächste Baustelle: Thema Einschlung. Leidig. Nervig. Aber hoffentlich bald ausgestanden. Die Tendenzen haben sich innerhalb von einer Woche zweimal komplett gedreht. Das finde ich anstrengend. Ich finde mich anstrengend. Das ganze Thema strengt mich an! Hmpf. Letztlich bleibt nur abwarten und Teetrinken. Oder, wie ich bereits bei Facebook schrieb, Kaffee.

 Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. Ich weiß, ich weiß.

Außerdem ist mir aufgefallen - in ein paar Tagen geht es zur #denkst16 nach Nürnberg. Meine erste Familienbloggerkonferenz. Ach iwo. Meine erste Konferenz überhaupt. Da wären Visitenkarten irgendwie nett. Vielleicht sogar Pflicht?
Auch wenn ich keine persönliche Postkarte bekommen habe, fühle ich mich da eingeladen. Jawohl ja! Ich freu mich derweil einfach an der Postkarte für die liebe Nadine. Und freu mich noch mehr auf den Tag, den wir mehr oder weniger (hoffentlich mehr als weniger!) gemeinsam dort verbringen werden! Mein einziger freier Samstag im Monat April! Und ich finde, er ist da bestens angelegt. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. Warum weiß ich nicht. Aber Aufregung soll ja gut sein. Für die Durchblutung. Oder sowas.

Und dann wäre da noch etwas, worüber ich eher zufällig gestolpert bin. Was, wenn man mit so einer Plattform wie diesem Blog, dem einen oder anderen helfen könnte. Das wäre ja irgendwie ziemlich cool. Und so grübelte ich nun den gesamten Abend darüber, wie ich das anstellen könnte und bin mindestens genauso angespannt wie neugierig, ob die Grübelei am Ende zu etwas führt.

Neben all dem spuken mir die eine oder andere "Geschichte" im Kopf herum, die ich hier gerne noch erzählen möchte. Damit ich später etwas zu Lachen haben. An nicht ganz so lustigen Tagen zum Beispiel. Dazu müsste ich aber soetwas wie Selbstdisziplin an den Tag legen. Um Zeitfenster effektiver zu nutzen. Das bilde ich mir zumindest ein. Was wiederum zu einer ziemlichen drängelei in meinem Kopf führt. Entschleunigung ist zum Kotzen, wenn man gerade die Vorspultaste gedrückt hat.

Schlafen wäre jetzt toll. Echt jetzt! Sonst muss mich jemand auf arbeit aktivieren. Statt ich andere. Ehm.

Schlaf-Los - wo bist du?

Minensie