2015/10/10

Die Ritter der Tafelrunde

Es ist unglaublich. In weniger als 20 Tagen soll ich hier tatsächlich einen 5 jährigen Wuselzwerg sitzen haben. Verzeihung... einen Von und Zu Sir Wuselzwerg natürlich!

Der berufliche Werdegang des Großen schwankte in den letzten Monaten zwischen Pirat, Ritter und Drachenzähmer. Seit wir im Playmobil Fun Park waren ist es jedoch beschlossene Sache. Der Wuselzwerg wird Ritter. Pardon. IST Ritter! Denn bei den festlichen Ritterspielen des Fun Parks wurde der Wuselzwerg ganz feierlich zum Ritter geschlagen. Vom König höchst persönlich. Das haben wir schwarz auf vergilbtem weiß. Der Wuselzwerg könnte nicht stolzer sein.

 Ritter - mit Leib und Seele. Und nun sogar mit Urkunde.
 
Seither dreht sich alles um das graue, kalte Mittelalter. Zum Geburtstag muss es natürlich eine Feier mit ritterlichem Anlitz sein. Festspiele möchte er haben, genauso wie im Fun Park. Der Kuchen soll bitte auch genauso aussehen wie der Turnierplatz dort (nur gut, dass ich ein paar Fotos gemacht habe!). Im Grunde also durchaus dankbare Wünsche, da es mit der Umsetzung gar nicht so viel Zauberei braucht.
Auch bei den Geschenken ist der Wuselzwerg genau wie eh und je. Er wünscht sich 3 Schilde, 3 Lanzen und Pferde für seine Playmobil-Ritter. Die große Playmobil Ritterburg konnten wir ihm ausreden. Dazu fehlt uns leider wirklich der Platz. Stattdessen hat der Herr von und zu Zwergenpapa eine Festung aus Karton gebaut. Eine ziemliche coole, die den Ansprüchen des Wuselzwerges absolut genügen. Das dazugehörige Gefängnis durfte ich bauen. Ebenfalls aus Karton. Das man das Gefängnistor hochschieben kann, ja doch, da bin ich als eigentlich talentfrei geltendes Wesen doch recht stolz. Nur bei Pferden und einem Heuwagen, in dem man jemanden verstecken kann - da müssen der Herr von und zu Zwergenpapa und ich passen. So viel Muse haben wir dann doch nicht zum basteln. Deswegen müssen vorallem wir uns in Geduld üben. 20 Tage noch dürfen wir uns jeden Tag ganz genau erklären lassen, was noch alles fehlt und wie man den Heuwagen doch bauen könnte. Aber wir schaffen das mit konsequentem Überhören. Tschaka!

Mein Plan für die nächsten Tage sieht also wie folgt aus - Irgendwas mit Ritter für das Kindergartenbuffet überlegen, den Turnierplatzkuchen für den Nachmittag wenigstens im Kopf schon mal vorgestalten, Ritterdeko, Ritterspiele ausklabüstern, mit ganz viel Muse ENDLICH die eigene Piñata basteln, Ritterrüstungen basteln, Einladungskarten basteln und wer weiß, vielleicht sogar tatsächlich ziemliche coole Mitgebsel gestalten. So rein theoretisch müsste ich sofort damit anfangen, damit es in irgendeiner Weise realistisch ist, dass alles abzuarbeiten. Praktischerweise muss ich nämlich in der Geburtstagswoche die Schulbank drücken. Somit keine freien Vormittage im direkten Vorfeld umd großartig noch was vorzubereiten. Rein theoretisch müsste ich somit bis zum 26.10.2015 bis auf den Kuchen bzw. das Essen alles fertig haben. Plus zwei bis drei andere Geburtstagskuchen im Vorfeld. *hust* Nunja. Schön darüber gesprochen zu haben. Wollen ist ja nicht (hin)kriegen.

Yeah!

Zu guter letzt ein paar Eindrücke aus dem Alltag eines Ritters:

***

 Es ist ein wieder einer dieser Tage an denen nichts zu passieren scheint. Ein guter Tag um all die lästigen Dinge des Alltags zu erledigen. Kanonen putzen, den Burgdrachen ein paar Heuballen zum Abfeuern zuwerfen - ihr wisst schon...

Doch plötzlich unterbricht ein Ruf das Alltagstreiben...

"Stürmt die Burg! Langfinger muss hier irgendwo sein!" - der bärtige Käpt'n Humpelbein scheint sich auf seinem Schiff zu langweilen. Vor einigen Wochen haben die Löwenritter seine rechte Hand bzw. seinen rechten Langfinger gefangen genommen, als er gerade versuchte den köngiglichen Schatz zu rauben.

"Bewacht die Tore! Langfinger darf auch keinen Fall entkommen!"

"Schaut mal! Ein fliegender Esel!"* kichert Langfinger, als sich das Gefängnistor wie von Geisterhand öffnet. 

"So nicht mein Freund!" Der junge Drache Fang nutzt die Falltür des Gefängnises. Sein Plan - Langfinger im Sturzflug schnappen. Er vergisst leider immer wieder, dass er nicht fliegen kann und plumps - landet er auf Langfinger der gerade im Begriff ist zu entwischen. So einen Sturzflug meinte Fang zwar nicht, aber erwischt ist erwischt.

Gerade noch mal gut gegangen! Langfinger flucht in seinem Verließ, Käpt'n Humpelbein zetert neben ihm. Und der Burgdrache? Der sitzt ganz bequem auf dem königlichen Schatz und wartet auf den nächsten Heuballen.


* Dieser Satz kommt genau so in einer Ausgabe der PlaymobilZeitschrift vor. Ich bekomme ihn bei jedem Spiel an den Kopf geknallt, deswegen musste der Satz jetzt einfach sein.


***
Habt ein schönes Wochenende!

Minensie

2015/10/09

Neulich im Feenweltchen...

Da fährt man seit Jahrzehnten (hust hust... ja ich bin schon alt) immer wieder an der gleichen Ausfahrt vorbei, weiß wohin sie führt und schafft es trotzdem nicht dieses eine Mal abzubiegen. Man ist ja ganz in der Nähe, da kann man ja immer mal hin. Und plötzlich hat man zwei Kinder und der kleinste Patenbub hat seinen letzten Tag vor seiner großen Geburtstagssause zum ersten Geburtstag. "Immer mal" war dann also neulich. Nach über 25 Jahren sollten wir tatsächlich zu den Feengrotten gehen. Ich war da als Mini-Mine einmal. Völlig verzaubert. Bis heute. Das ich in der Stadt der Feengrotten Familie habe, eine ganze Weile fast jedes Wochenende dorthin fuhr und es dennoch nie schaffte, nach meinem Kindheitserlebnis mir diese Zauberwelt noch einmal anzuschauen ist - wie eine Freundin mir mitteilte - ein Klassiker.

Wir fuhren also dem Schild "Feengrotten" nach und parkten, so kurz vor Torschluss (Ankunfstzeit 16:45 Uhr - man schaue sich die Schließzeiten an) in nicht markierten Parkplätzen direkt vor dem Eingangsbereich. Das Ziel waren nicht die Grotten, auch nicht das Grottoneum. Wir wollten in das Feenweltchen. Es hieß, das solle schnell gehen. 20 Minuten, dann sei man da durchgelaufen. Beim Eintrittspreis von 6 € pro Erwachsener und 4 € pro Kind ab 3 Jahre zuckte ich kurz zusammen. Für 20 Minuten 14 €? Puh. Aber nun gut. Wer weiß wann "immer mal" wieder kommen würde. Wir zahlten und gingen im Entenmarsch den Holzsteg hinauf. Ein bisschen Glitzerstaub am Boden versicherte uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Am Drehkreuz noch kurz die Eintrittskarten eingelesen und los gings - durch ein uriges, krummes Haus hinein die Welt der Feen. Eine zauberhafte Stimme begrüßte uns und erklärte uns kurz, was uns wo erwartet und schaffte damit,dass sich der kleine Wuselzwerg am liebsten sofort auf dem Heimweg begeben hätte. Das er gerade in einer Phase (grmpf) steckt, ist auch kein Geheimnis. Wir mussten ihn schon sehr locken, damit er weiter geht. Erst als er (Feen)Blumen gießen durfte, begann seine Neugier zu wachsen. Wir bestaunten ein Haus der Fee, verfielen in "Ach-Gottchen"-Rufe, als wir die Bettchen der Babyfeen entdeckten und folgten dem Feenstaub auf dem Waldboden.

 Im Hintergrund das Haus der Fee (die Führungen macht, wenn sie denn da ist)

In regelmäßigen Abständen gab es Schilder zu entdecken, die die jeweiligen Pflanzen beschrieben. Ein bisschen fühlte ich mich an Harry Potters Kräuterkunde-Unterricht erinnert. Die Wuselzwerge sprangen und hüpften, wir Erwachsenen staunten. Im Lichthain gab es wunderbares zu entdecken. Von stinkenden Kisten bis zu wunderschöner Feenmusik im Blumenschloss.

 "Den Pflanzen hilft er wunderbar, doch riechen tut er furchtbar gar."

 Was versteckt sich denn hier?
 ...und hier?
 Blumenschlößchen - ein zauberhafter Ort!

Ein bisschen Fassungslosigkeit machte sich breit. Wie konnten wir "Großen" das nur so lange übersehen? Weiter ging es zu verzaubernd schönen Schaukeln, Nestern und Instrumenten.

 Waldgeister

 Ein Feennest in luftiger Höhe - jedoch noch zu früh - keiner zu Hause
 Wenn Pilze wie durch zauberhand erklingen

Dieser Waldspaziergang entpuppte sich als absolutes Highlight. Im Reich der Dunklen Wesen hatte ich zunächst bedenken. Die Phase des kleinen Wuselzwerges und so. Allerdings völlig zu unrecht. Im Klangfelsen hatten die Zwerge Spaß ohne Ende. Und auch mein Cousinchen. Es gibt einfach kein besseres Alibi als Kinder, um in schnieken Klamotten trotzdem zu Klettern. Herrlich. Die Spinnenbrücke stellte mich dann auch tatsächlich vor große Herausforderungen. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich mit dem Gleichgewicht und der Schwerkraft auf Kriegsfuß stehe. Aber auch ich habe es geschafft. Ohne abzustürzen. Nur gut das keiner Zeit hatte ein Video zu machen. Das wäre defintiv hartes Material geworden. Da würde ich so manches Lösegeld zahlen, damit das niemand zu Gesicht bekommt.

 In diesem Felsen gibt es einiges zu entdecken.
 
 Luftbrücke ohne doppelten Boden

Zu guter Letzt wagten wir uns noch in lufitge Höhe in das Baumhaus der Feen. Von dort aus konnte man Rutschen. Und wer es sich nicht traute oder nicht konnte, der durfte einen letzten Waldpfad zum Ausgang gehen. Bis zum Drehkreuz fand man immer wieder glitzernden Feenstaub auf den Wegen. Etwas wehmütig schauten wir zurück, als uns eine zauberhafte Feenstimme verabschiedete. Bis Bald kleines Wäldchen. Wir kommen bald wieder, ins Feenweltchen!


Ausgang der anderen Art


Wer mehr Zeit hat und keine ungeduldigen Kinder, der hätte noch sehr viel mehr entdecken können. Es gab immer wieder herrlich urige Bänke, die zum Ausruhen einluden und auf denen man Geschichten zuhören konnte. Wir haben es leider kaum länger als bis zum "Hallo" geschafft. Wuselzwerge sind und bleiben eben Wuselzwerg. Unsere 20 Minuten dauerten ungefähr 90 Minuten. Wenn man sich Zeit nimmt und wirklich alles entdecken will, sollte man jedoch mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Stunden einplanen.

Und es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Das Grottoneum. Die Feengrotten selbst. Überteuerte Bratwürste! Hach! Ein bisschen warm ums Herz wird mir ja schon bei so viel Kindheitserinnerungen.

Minensie


2015/09/19

Update

Nun war es eine ganze Weile ruhig hier. Dabei ist so vieles passiert. Allen voran ist unser großer Wuselzwerg nun ganz offiziel seit 01.09.2015 ein Vorschulkind. Nachdem ich mich damals, am ersten Elternabend, so sehr darüber geärgert hatte, dass es ständig nur um Vorschulkinder ginge, mein Zwergl jedoch nicht einmal 3 Jahre zählte, bin ich nun doch völlig überrumpelt. Irgendwie. Auch wenn wir fest davon ausgehen, dass unser Zwergl zwei Jahre in den Genuss des Vorschulkinddaseins kommen wird - es ist nicht völlig absurd nächstes Jahr selbst zu den Müttern zu gehören, die eine Schultüte bastelt, vorfreudige Einkäufe erledigt und nervöser als das Zwergenkind selbst sein könnte, sollte es zur Einschulung kommen. Dabei war ich doch gerade erst schwanger. Überall die gleiche Leier. Ich weiß. Aber. Ich war doch gerade erst schwanger! Zum ersten Mal! Und wir haben doch erst vorgestern den MaxiCosi in der Krankenhaus-Pause gekauft. Ganz zu schweigen von der Wickelunterlage und den allernötigsten Dingen, die man so in den ersten Tagen mit Baby braucht. Hätte man ja die 30 Wochen davor schon erledigen können, aber nun gut. Wie man sieht, auch ohne perfekt ausgestattetes Kinderzimmer vor der Geburt ist unser Zwergl nun groß geworden. Ein Vorschulkind! Unfassbar!
Das ihn dieser Status stolz macht, brauche ich nicht erwähnen. Bereits am ersten offiziellen Tag wurde mir aus erster Hand berichtet, wie sorgfältig er die Aufgaben, die er nun erhält, erledigt. Das hält bisher an. Ich bin gespannt wie lange.
Insgesamt wirkt der große Wuselzwerg auf andere scheinbar ausgeglichener denn je. Er wägt tatsächlich ab, ob es sich jedes mal lohnt, mit anderen Kindern zu streiten, nur um seinen Standpunkt zu vertreten. Was jedoch zur Folge hat, dass er mit MIR streitet. Permanent. Demnach empfinde ich den großen Wuselzwerg gerade als alles - nur nicht ausgeglichen. Mutter-Los behaupte ich. Harren wir der Dinge, die da kommen werden. Der fünfte Geburtstag ist nun auch nicht mehr unerreichbar weit entfernt. Die Erkenntnis entlockt mir ein weiteres: Unfassbar!

Und dann wäre da noch der kleine Wuselzwerg. Eine wandelnde Sirene möchte ich behaupten. Wegen Allem. Der Legostein, der neben ihm liegt - blöd. Das Wasser im Becher - blöd. Bruder sowieso - blöd. Getragen werde - blöd. Laufen - noch viel blöder. Spielen - blöhöööd. Lesen - blöd. Basteln gut, ach nein - blöd!
Meine Ohren sind schon ganz wundgehört vom gejammer des kleinen Wuselzwerges. Das er aber auch so eine Ausdauer haben muss. Hmpf.

Alles in allem führen diese Tage letztlich dazu, dass ich am Abend nichts mehr hören kann/will, nichts mehr denken kann/will und schon gar nichts mehr machen kann/will. Stille ist eine wunderbare Musik. In der ich mich völlig verliere. Und einschlafe. Schneller als der Herr von und zu "Schlaf gut!" sagen kann. Das ist unpraktisch, denn eigentlich gibt es jede Menge zu tun.
Ganz aktuell zum Beispiel die Urlaubsplanung für nächstes Jahr abzuschließen. Das es so schwer werden wird, alle Komponenten unter einen Hut zu bringen. Schließtage, Urlaubszeiten in Deutschland und in Kuba, Weiterbildungstermine. Hach. Manchmal ist die Entfernung schon wirklich hinderlich. Aber nicht zu ändern. Alles wird gut.

Während ich meine Wuselzwerge nun schon um 19:30 Uhr ins Bett verabschieden durfte (Ja! Mir ist das unheimlich!) werde ich nun auch die Gunst der Stunde nutzen und, man vermutet es, schlafen. Süße Träume. Keine Ängste.

Minensie

2015/08/27

Als wir fast zwei Raketen bauten..

Gestern war wieder einer solcher Tage, die gut waren. Fast. 

Nachdem ich ein bisschen Haushalt geschmissen hatte und die Wohnung fast aufgeräumt war, packte mich die Einkaufswut und ich fuhr in das nahe gelegene Shoppingcenter. Dort deckte ich mich mit fast allem ein, was man zum Basteln gebrauchen konnte, kaufte mir ein bisschen Herbstgaderobe und freut mich auch fast über die Hose in einer Nummer kleiner. Nur fast, weil das bei H&M immer und immer wieder ein Glücksspiel ist und das ja so gar nichts aussagt. Wieder daheim aß ich fast zu Mittag, zumindest nahm ich es mir vor, bekam in fast regelmäßigen Abständen Herzrasen ob der Bilder/Geschichten die ich las, fuhr spontan in die Stadt um Brot, Schnuller (Babyabteilung yeaaah! Nach so langer Zeit macht das echt Spaß) und weltleckerste Trauben zu kaufen, nur um dann festzustellen dass es fast gar keine Auswahl an Schnullern (haha) im hießigen Drogeriemarkt gab. Daher noch einmal fix mit dem Auto zum großen amerikanischen Spielwarenhandel gefahren, nur um dort festzustellen, dass dieser fast noch weniger Auswahl bot. Gleiches Spiel mit einer weiteren Drogerie. Luxusprobleme. Und das ist gut so. Alles in allem eine Shoppingtour quer durch das Außenstadtgebiet in fast 30 Minuten hingelegt um dann die Wuselzwerge fast zu spät abzuholen.
Daheim angekommen, fast einen Weltuntergang provoziert weil, hm, ich habe überhaupt keine Ahnung warum eigentlich, aber eben weil, Wuselzwerge besänftigt, in die Wohnung getragen, fast zwei Geschichten vorgelesen um dann mit Bastelwerkzeug weiter zu machen. Meine Mama gesellte sich dann zu uns, staunte über die Bastelwerkzeuge, die die Wuselzwerge und ich so auftischten und naschte Kekse, die sie mit Genehmigung der Wuselzwerge naschen durfte. Wir bastelten derweil weiter. Fast hätten wir zwei Raketen fertig gebaut. Allerdings fehlt es da bis heute an fertigem Außenblech sowie den Antriebsdüsen. Aber immerhin hat eine der Raketen Glitzersterne. Yeah! Zwischen fast leerem Cappuccino und wunderbar vertrautem Plausch mit meiner Mama überwog dann mittendrin die Lust nach draußen zu gehen. Und das beim stubenhocker großen Wuselzwerg. Nochmal yeah! Und während Oma mit den Wuselzwergen draußen spielte, kochte ich fast perfekte Bolognese. Nur fast perfekte, denn es waren Tomatenstücke zu erkennen. Man kann es ahnen. Weltuntergang bei den Wuselzwergen. Fast.
Dafür verlief der Rest des Abendes nahezu reibungslos. Fast kein Gemaule beim Zähneputzen, fast keine Tränen beim Schlafanzug anziehen und fast sofort schlafende Wuselzwerge beim Gute-Nacht-Lied-Medley. Was will das Mamaherz mehr.

Das wars auch schon fast.

Gute Nacht.

Minensie


2015/08/26

#Nachtgedanken No. 2

Die Ferien sind vorbei. Endgültig. Nachdem wir nun einige Tage gebraucht haben, um uns wieder an den normalen Alltag zu gewöhnen, scheint es nun zu laufen. Die Wuselzwerge waren heute immerhin schon um 8:20 Uhr im Kindergarten. Auch ich fahre allmählich etwas runter. Die letzten Wochen stand ich leider permanent unter Strom. Arbeiten, mit den Wuselzwergen Spaß haben, das bisschen Haushalt - man kennt ja die Leier. Nichts desto trotz - es waren tolle Ferien. Wir haben Eis in rauen Mengen genascht, sind geschwommen wie die Fische, haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, waren überall und nirgends, haben tolle Nachmittage und Abende mit Freunden erlebt und hatten selbst im größten Regen jede Menge Spaß.

Die akutelle Woche tröpfelt so vor sich hin. Sobald die Wuselzwerge im Kindergarten sind habe ich plötzlich Zeit. Zeit zum aufräumen, zum frühstücken. Und dann hab ich immernoch Zeit. Zum Grübeln zum Beispiel. Ohja. Mein Hirn ist gerade ein Minenfeld. Ein Bild und kawum - Tränen hier. Ein Artikel und KwAUm - Fassungslosigkeit dort. Ja. Ich lebe wirklich gern hinter dem Mond. Allerdings heißt das nicht, dass ich ignoriere was um mich herum passiert. In keinster Weise. Ich schweige nicht. Aber ich bin es leid zu reden. Ich mache lieber. Patenschaften zum Beispiel. Und auch hier KrRaWUm - Explosionen in meinem Kopf. Ich bin halt nicht sehr groß, da passt nicht so viel Unmut rein. Der muss halt einfach raus.

Zu sagen, ich könnte aufgrund dessen, was tagtäglich die Welt gerade derart aus den Angeln hebt, einfach weitermachen, wäre gelogen. Ich muss zugeben. Ich bin eine Heulsuse. Ich kann es kaum ertragen, mir Gedanken darüber zu machen, was andere täglich aushalten müssen. Es bricht mir mehrmals am Tag und noch mehr in der Nacht das Herz, wenn ich darüber nachdenke, was es bedeutet, gehen zu müssen. Ich habe so viele Erzählungen gehört. Von Früher. Vom Krieg. Vor Jahren. Weit weg. Und nun ist es so nah.
Es scheint sich so vieles gewollt zu wiederholen. Womit wir dann wieder bei der Fassungslosigkeit wären. Es ist mir unbegreiflich, wie man ein Leben gegen Geld eintauschen kann. Es will nicht in meinen Kopf, dass es tatsächlich noch frei denkende, intelligente Menschen gibt, die überzeugt sind, mehr wert zu sein als andere. Ohne etwas dafür getan zu haben. Weil sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren wurden. Als ob es ein Richtig und ein Falsch für Leben gäbe. Als ob es verachtenswert wäre, nach einem Leben zu streben, dass Sicherheit gibt. Egal in welcher Hinsicht. Wie man so engstirnig und kurzsichtig sein kann! Aus Angst. Denn mehr ist es nicht. Einfach nur Angst, der man sich nicht stellen will. Oder kann. Weil man nie gelernt hat, was Empathie bedeutet. Sie selbst vielleicht nie erfahren hat? Bemitleidenswert ist das.

Zudem lähmt mich noch ein ganz anderer Aspekt. 1989. Ich habe ein Puzzel vor mir liegen, dessen Teile ich nicht alle einwandfrei zuordnen kann. Ich suche fehlende Stücke um meine eigene Geschichte klarer sehen zu können. Ich fühle eine Verbundheit mit den Schicksalen von so vielen, die ich nicht erklären kann. Denn ich kann in meine Heimat. Jederzeit. Ich kenne meine Heimat. Ich musste nichts zurücklassen. Zumindest fühlt es sich so an.

Einem Menschen in Not muss man helfen. Das sagt (meine) die gute Kinderstube. Das macht die Menschlichkeit aus. Wer sich am Leid anderer ergötzt, auf jemanden, der schon am Boden liegt, tritt, der hat den Titel Mensch nicht verdient.

Letztendlich bin ich dankbar, so viele wunderbare Menschen zu kennen. Sie sind in der Mehrzahl. Definitiv!

Minensie